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Schnelle Küche - Die tägliche Rezeptkolumne Hühnchen in Buttermilch

Felix Denk

Kleiner Aufwand, großer Genuss: Einfache Rezepttipps aus unserer Redaktion. In Teil 95 gönnen wir uns ein feines Gewürz aufs knusprige Hühnchen.

Irgendwann nach dem dritten Ottolenghi-Kochbuch habe ich aufgegeben, Amchoor, Dukkah, und Pul Biber hinterherzujagen. Die Gewürze, die so schön nach großer, weiter Welt schmecken, verstaubten eh nur in meiner Schublade. Mein Zaatar aber hatte neulich endlich wieder einen großen Auftritt, nämlich auf einem knusprigen Buttermilchhühnchen aus dem Buch „Dining In“ von Alison Roman. Darin verspricht die "New York Times"-Kolumnistin übrigens, dass sie keine Zutaten empfiehlt, von denen man noch nie gehört hat, es sei denn, sie könne ruhigen Gewissens 20 weitere Gerichte für deren Einsatz nennen.

Zaatar scheint in diese Kategorie zu fallen. Die Gewürzmischung besteht aus wildem Thymian, geröstetem Sesam und Salz. In Nordafrika kommt sie auf Fleisch, auf Gemüse, auf Fladenbrot, auf Hummus, also quasi auf alles. Ein wirklich gutes Zaatar hat das Restaurant "Yafo" in der Gormannstraße. Bestellen kann man das Gewürz auch hier. Und nehmen Sie das Tahini ruhig auch gleich mit. Das wird garantiert nicht alt.


REZEPT

Zutaten (für 4 Personen)
1 l Buttermilch
oder 500 ml Lake von Sauerkraut
oder Kimchi, Molke oder Essiglake 
1,5 EL naturreines, mittelgrobes Salz, plus etwas mehr nach Bedarf 
4 Knoblauchzehen, zerstoßen
1 Schalotte, in feine Streifen geschnitten 
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
1,3 kg Hähnchenteile mit Knochen
oder 800 g Fleisch ohne Knochen und Haut
1 Bund Frühlingszwiebeln, mit den Spitzen, größere Exemplare halbiert oder geviertelt
2 EL Olivenöl
3 EL frisches Zaatar 
1 Limette oder Zitrone, geviertelt 


Zubereitung 
Die Buttermilch in einer großen Schüssel oder einem stabilen Gefrierbeutel mit Salz, Knoblauch und Schalotten mischen. Falls Sie anstelle Buttermilch eine der anderen Flüssigkeiten verwenden, zusätzlich 250 ml Wasser zugeben. Kräftig mit Pfeffer würzen, das Fleisch zugeben und alles vermengen. Das Fleisch mindestens 1 Stunde und bis zu 24 Stunden in der Lake lassen (Schenkel ohne Knochen und Haut eher zwei Stunden, Hähnchenbrust mit Knochen ruhig auch 24 Stunden).

Vor der Zubereitung des Fleisches den Backofen auf 220 Grad vorheizen.

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Die Frühlingszwiebel mit dem Olivenöl vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Fleisch aus der Lake nehmen und mit Küchenpapier trockentupfen. Die Lake kann weggeschüttet werden.

Das Fleisch mit den Frühlingszwiebeln auf ein Backblech legen und 25 bis 35 Minuten im heißen Ofen garen, bis es goldbraun und durchgegart ist (eher 25 Minuten bei Stücken ohne Knochen und Haut, sonst eher 35 Minuten) und die Zwiebeln weich sind und am Rand braun werden. Es macht übrigens nichts, wenn die Zwiebeln etwas länger im Ofen bleiben.

Das Geflügel mit den Zwiebeln als Beilage anrichten und alles mit frischem Zaatar und frisch gepresstem Limetten- oder Zitronensaft beträufeln.


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© Michael Graydon


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