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Prince Boateng soll Mentalität in den Klub bringen und Hertha wieder eine Identität verleihen, die zur Stadt passt. Foto: Ottmar Winter
© Ottmar Winter

Exklusiv Prince Boateng über Mentalität und Hertha BSC „Das Wedding-Gen hat mich immer ans Limit geführt"

Armin Lehmann

Mit 18 Jahren debütierte er in Herthas Profiteam, mit 34 soll er der neue Leader sein - nicht nur auf dem Rasen. Hier spricht er über seine Mission

Prince Boateng, Herthas bisher prominentester Neuzugang für die neue Fußball-Saison, lebt gerade „in meinem Traum“, wie er dem Tagesspiegel sagte. Vor dem ersten Pflichtspiel, der ersten Runde im DFB-Pokal am Sonntag beim Drittligisten SV Meppen, hat der gebürtige Weddinger dem Tagesspiegel Fragen zu seiner Rückkehr und zu seiner Heimat Berlin-Wedding beantwortet.

Der 34-Jährige, der mit zehn Jahren erstmals zur Hertha kam und 2005 im Profiteam in der Bundesliga debütierte, bevor er 2007 für 7.9 Millionen Euro nach Tottenham transferiert wurde, sagte: „Ich habe vor sechs Jahren angefangen davon zu träumen, meine Karriere in Berlin zu Ende zu bringen, dieser Traum geht gerade in Erfüllung, ich lebe in meinem Traum. Mehr Glücksgefühle hatte ich nur, als meine Kinder geboren sind…“

Prince Boateng spielte seit seinem Weggang aus Berlin im Jahr 2007 in 13 verschiedenen Vereinen und fünf verschiedenen Ländern, er wurde mit Tottenham Hotspur englischer und mit Eintracht Frankfurt deutscher Pokalsieger; er holte mit dem AC Mailand den italienischen und mit Barcelona den spanischen Titel. Mit Ghana, dem Heimatland seines Vaters, erreichte er bei der WM 2010 das Viertelfinale.

Die neue Führung von Hertha BSC um Sportgeschäftsführer Fredi Bobic und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Carsten Schmidt will mit Boateng vor allem die Identifikation zwischen Stadt und Verein stärken, Boateng soll aufgrund seiner Mentalität und Persönlichkeit die noch junge Mannschaft anführen und den Klub nicht nur sportlich repräsentieren.

Als der Prince noch Kevin-Prince Boateng hieß: mit 16 Jahren vor der Hertha-Akademie. Foto: Mike Wolff Vergrößern
Als der Prince noch Kevin-Prince Boateng hieß: mit 16 Jahren vor der Hertha-Akademie. © Mike Wolff

Auf die Frage, was eine Berliner und speziell Weddinger-Mentalität ausmacht und bedeutet, sagte er: „Berliner sind Chamäleons, wir können uns überall anpassen, ob in der High Society oder dem Straßenleben; gerade im Wedding habe ich das gelernt, das hat mur auch während meiner Karriere geholfen, dass ich mich in jedem Land, in jeder Kultur ganz schnell zu Hause gefühlt habe und mit den Menschen klar gekommen bin.“

Wedding bedeute für ihn, „ein Kämpferherz zu haben, immer Licht im Tunnel zu sehen“. Er habe viele Freunde gehabt, „die auch fußballerisch talentiert waren, aber nicht so kämpfen“ konnten. „Ich habe das richtige Wedding Gen in mir, das mich immer ans Limit geführt hat. Wenn es mal schwierig wurde, nicht nur im Fußball, sondern auch im Leben, habe ich nie aufgegeben.“

Am Samstag erscheint auf der Mehr-Berlin-Seite der Printausgabe des Tagesspiegel ein großer Report über Herthas Absichten mit und um Boateng herum eine Mannschaft aufzubauen, die Berlin wieder ehrlich vertreten kann. Ab Sonntag können Sie diese Geschichte auch auf Tagesspiegel-Plus im Abo digital lesen.

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