Improvisiert. Der BFC Dynamo ist im Jahn-Sportpark auf mobilen Flutlichtmasten angewiesen. Foto: Imago/Koch
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BFC Dynamo muss Spiel verlegen Wieder Probleme mit dem Flutlicht im Jahn-Sportpark

Es gibt erneut Schwierigkeiten mit der Beleuchtung im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Deshalb musste der BFC Dynamo sein Abendspiel verlegen.

Wäre der BFC Dynamo in einem anderen Stadion in Berlin ansässig, müsste er das Regionalliga-Spiel gegen Wacker Nordhausen wohl nicht an diesem Mittwochabend (19 Uhr) nachholen. Doch Dynamo trägt seine Heimspiele nun mal im Friedrich-Ludwig- Jahn-Sportpark aus. Dort, wo das Flutlicht nicht funktioniert. Dort, wo ohne mobilen Ersatz am vergangenen Freitag nicht an Fußballspielen zu denken war.

Es ist Jörn Lenz, dem Teammanager des BFC, anzumerken, dass die Situation nicht übermäßig angenehm ist für den einen der beiden Stadionmieter aus der Fußball-Regionalliga. Denn Dynamo ist nun mal im Gegensatz zur VSG Altglienicke der Klub, der vom fehlenden Flutlicht erneut direkt betroffen ist.

Standby-Lösung beim Jahn-Sportpark sorgt für höheren Aufwand

Dass sich der Aufbau der mobilen Flutlichtanlage im Jahn-Sportpark vor dem für vergangenen Freitag angesetzten Heimspiel gegen Wacker Nordhausen verzögern würde, war schon Anfang der Woche klar. Doch Nordhausen wollte das Spiel nicht verlegen. Erst als der Berliner Senat nochmals darauf hinwies, die rechtzeitige Installation der Anlage bis Freitag nicht garantieren zu können, griff Dynamo in Absprache mit dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) einem kurzfristigen Ausfall vor.

Martin Pallgen, der Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, nennt den Jahn-Sportpark „einen hohlen Zahn“. Die Flutlichtanlage instand zu setzen, lohne sich nicht – das Stadion soll im Sommer 2020 abgerissen werden. Die Lampen wurden schon vor Monaten entfernt. Die „Verhältnismäßigkeit der Mittel“ habe gegen eine dauerhafte Lösung für die verbleibenden Monate bis zum Abriss des Stadions und für eine mobile Lösung gesprochen.

Diese günstigere Standby-Lösung bringt aber auch einen höheren Aufwand für den Senat mit sich. „Der Senat ist für das mobile Flutlicht zuständig“, sagt BFC-Teammanager Lenz, die Klubs seien da völlig außen vor. „Allerdings raten wir den Vereinen, die Spiele so zu legen, dass sie vor Einbruch der Dunkelheit vorbei sind“, sagt Pallgen. Demnach favorisiert der Senat die Samstags- und Sonntagstermine der Regionalliga, jeweils um 13.30 Uhr. Sollte allerdings doch mal nur der Freitagabendtermin möglich sein, muss sich der Senat nach den Spielplänen der Verbände richten.

Diskussionsobjekt. Das Flutlicht im Jahn-Sportpark funktioniert nicht mehr. Foto: Annegret Hilse/dpa Vergrößern
Diskussionsobjekt. Das Flutlicht im Jahn-Sportpark funktioniert nicht mehr. © Annegret Hilse/dpa

„Wir hatten diese Fälle noch nicht oft“, sagt Pallgen. Der Grund für die Absage am Freitag war, dass die neue Flutlichtanlage noch nicht durch den Prüfstatiker abgenommen war. Die Betonsockel, in denen die mobilen Masten verankert werden, konnten deshalb erst am Dienstag aufgestellt werden. Und das Technische Hilfswerk (THW) erneut anzufordern, wie schon im April beim Pokal-Halbfinale zwischen dem BFC und Viktoria, war keine Lösung. „Das war Improvisation, die wir ändern wollten“, sagt Pallgen.

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Dass sich der Senat gegen eine dauerhafte Lösung ausgesprochen hat, liegt daran, dass auch der Jahn-Sportpark für die Fußball-Regionalligisten keine dauerhafte Lösung ist. Wenn er im Sommer 2020 abgerissen wird, müssen sich Dynamo und Altglienicke für mindestens drei Saisons nach einer anderen fußballerischen Bleibe umschauen. Das Sportforum, in das der BFC im Juni schon ausweichen musste, wird es aber wohl nicht. „Das ist in Regelmäßigkeit wohl nicht ligatauglich“, sagt Pallgen.

Ohnehin kann ohne zeitlichen Rahmen nicht weitergeplant werden. „Wir sind noch in Verhandlungen, der Haushalt wird im Dezember beschlossen. Dann ist klar, wie der Zeitplan aussehen wird“, sagt er. Klar ist bislang nur, dass aus dem ursprünglichen Ziel, den Jahn-Sportpark bis 2023 wieder aufgebaut zu haben, sehr wahrscheinlich nichts wird.

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