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Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD, während der Pressekonferenz im Willy-Brandt-Haus. Foto: Britta Pedersen/dpa
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„People want the CDU in the opposition" Scholz überrascht mit Pressekonferenz auf Englisch

Auf Fragen von internationalen Journalisten antwortet SPD-Kanzlerkandidat Scholz kurzerhand auf Englisch. Dabei macht er deutlich, wie wichtig ihm die EU ist.

Hat da etwa schon der neue Kanzler Deutschlands gesprochen? SPD-Kandidat Olaf Scholz hat am Montagvormittag seine erste Pressekonferenz nach dem offiziellen Wahlsieg seiner Partei gegeben. Mit 25,7 Prozent der Stimmen konnte die SPD die meisten Wählerstimmen auf sich vereinen.

Die Art und Weise, wie sich Scholz vor den Journalisten präsentierte, kam im Netz mehrheitlich positiv an. Von "souverän", "unaufgeregt" und "staatsmännisch" war da die Rede. Beeindrucken konnte Scholz vor allem mit der Tatsache, dass er die Fragen ausländischer Journalisten mal eben auf Englisch beantwortete.

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Ein Reporter des britischen Fernsehens fragte, ob eine Frage auf Englisch gestattet sei. Ihn interessierte, wie lang die Regierungsbildung nun dauern werde und welches Signal damit an andere Länder gesendet würde. Statt auf Deutsch zu antworten, wechselte Scholz ins Englische.

„My idea is that we will be very fast and getting a result for this government, it should be before Christmas, if possible. (Meine Vorstellung ist, dass wir sehr schnell sein werden und eine Regierung bilden. Es sollte vor Weihnachten sein, wenn möglich.)", zeigte sich Scholz zuversichtlich.

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Hören Sie hier, was Scholz auf Englisch sagt (ab Minute 12:02 Uhr):

„I think that the people in Germany want the Christian Democratic Union in the opposition, that is their result. (Ich denke, die Menschen in Deutschland sehen CDU und CSU in der Opposition)“, sagte Scholz weiter. Man werde sich jetzt schnell mit den anderen Parteien abstimmen. Koalitionen in Deutschland seien immer stabil gewesen, betonte der Vizekanzler Scholz.

Nutzer auf Twitter würdigen das mit lobenden Worten. "Ist mal ne Abwechslung", heißt es da. Oder: "Endlich ein deutscher Politiker, bei dem man sich nicht schämen muss, wie er Englisch spricht." Der nächste fragende Journalist sah das als Einladung und stellte seine Frage ebenfalls auf Englisch.

Dass Scholz ein Kanzler mit einem besonderen Hang zur Außenpolitik werden könnte, ließ er im Laufe der Pressekonferenz immer wieder durchblicken. Ganz oben auf seiner Agenda: Die EU.

Auf die Frage, wie er Angela Merkels große Fußstapfen ausfüllen wolle, antwortete Scholz: "Ich habe meine Sichtweise bereits erklärt. Ich denke, ein wichtiger Punkt ist erst einmal die Stärkung der Europäischen Union", sagt der Vizekanzler. Zentral sei es auch, auch weiterhin gute Beziehungen zu Großbritannien zu pflegen. "Es ist wichtig, zusammenzuarbeiten, auch wenn wir in manchen Punkten nicht einer Meinung sind."

Auch an anderer Stelle hob er die Europäische Union in den Vordergrund: "Für die Außenpolitik Deutschlands gilt auf jeden Fall, dass ein gemeinsames Handeln der Europäischen Union die Grundlage für all das ist, was wir in den nächsten Jahren tun müssen."

Wolle man Demokratie und technischen Fortschritt sichern, sei das nur gemeinsam möglich. Zentral sei eine gute Kooperation innerhalb der EU. Scholz sprach sich für eine "gemeinsame, gute Perspektive" aus. Der SPD-Mann scheint also endlich loslegen zu wollen nach Monaten des Wahlkampfs. Was jetzt noch fehlt: Eine Einigung mit den Grünen und der FDP.

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