Die ersten Spuren im Mondsand hinterließ Yutu-2 zwölf Stunden nach der Landung der Sonde Chang’E-4 (oben links). Foto: CLEP/CNSA
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Radarmessungen von „Yutu-2“-Roboter Zwölf Meter dicke Staubschicht auf der Rückseite des Mondes

Der chinesische Roboter „Yutu-2“ erforscht Regionen des Erdtrabanten, wo bislang niemand sonst war.

Der chinesische Mondrover „Yutu-2“ ist an seiner Landestelle auf der Rückseite des Mondes auf eine meterdicke Sand- und Staubschicht gestoßen. Das zeigen Radarmessungen des Rovers, die ein Team um Yan Su von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften im US-Fachblatt „Science Advances“ vorstellt.

Der Rover war von der chinesischen Mondsonde „Chang’E-4“ abgesetzt worden, die Anfang 2019 als erste auf der Rückseite des Erdtrabanten gelandet war. Etwa zwölf Stunden nach der Landung hatte Yutu-2 seine Arbeit aufgenommen und die Umgebung erkundet.

Bis 40 Meter tief in den Mond hineingeblickt

An der Landestelle der Sonde im Von-Kármán-Krater nahe dem Mondsüdpol ist der oft auch als Mondstaub bezeichnete Regolith den Messungen zufolge rund zwölf Meter dick. Das Material, das eher feinem Sand als Staub ähnelt, findet sich auch auf der Mondvorderseite, wie unter anderem die US-amerikanischen „Apollo“- und sowjetischen „Luna“-Missionen gezeigt haben. Es war aber noch nicht abschließend geklärt, ob die Oberfläche des Erdtrabanten in anderen Regionen ähnlich ist.

Die Radardaten von „Yutu-2“, im Deutschen „Jadehase 2“, lieferten den ersten detaillierten Blick unter die Oberfläche der Rückseite unseres Trabanten, betonen die Wissenschaftler in „Science Advances“.

Das Radar konnte rund 40 Meter tief blicken. Demnach liegt unter der obersten Schicht aus fein gemahlenem Regolith eine weitere, ebenfalls rund zwölf Meter dicke Schicht aus großen Felsen und Steinen, zwischen denen sich dünne Lagen feineren Materials befinden. Darunter schließt sich eine Region an, in der sich Lagen gröberen und feineren Materials abwechseln.

Meteoriteneinschläge Ursache der dicken Staubschicht

Der Boden des Von-Kármán-Kraters, in dem die Sonde am 3. Januar 2019 gelandet war, muss noch tiefer liegen und ist in den Radaraufnahmen nicht nachzuweisen.

Die gesamte, mindestens 40 Meter dicke Auflage stammt den Forschern zufolge von Meteoriteneinschlägen, die im Laufe der Mondgeschichte größere Mengen Gestein aus der Oberfläche des Erdtrabanten geschlagen und verteilt haben. Till Mundzeck (dpa)

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