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In Indonesien ist das Novavax-Vakzin bereits genehmigt, in der EU ist es jetzt zur Zulassung eingereicht worden. Foto: imago images/Pixsell
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Novavax-Vakzin zur EU-Zulassung eingereicht Bald kommt der Impfstoff für die Skeptiker

Nuvaxovid schützt nicht per RNA, sondern mithilfe von Proteinen vor Covid-19. Für seine Herstellung braucht es aber trotzdem Gentechnik. Und Impfverstärker.

Der Coronaimpfstoff des US-Unternehmens Novavax wird seit Mittwoch von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA geprüft. Viele der dafür nötigen Daten hat die Behörde bereits erhalten, weshalb mit einer Zulassungsentscheidung für den auf Proteinen und nicht RNA basierenden Impfstoff in „wenigen Wochen“ gerechnet wird.

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Die Chancen für „Nuvaxovid“ stehen gut. Eine Studie an 15 000 Probanden, veröffentlicht im „New England Journal of Medicine“, hatte schon im September ergeben, dass das Vakzin die Wahrscheinlichkeit einer Covid-19-Infektion um 89,7 Prozent reduziert: Zehn Geimpfte infizierten sich, in der Kontrollgruppe der Ungeimpften waren es 96. Keiner der zehn Geimpften musste ins Krankenhaus, der Schutz vor Hospitalisierung und Covid-19-assoziiertem Tod war hundertprozentig. Die Europäische Union hat sich für den Fall einer Zulassung 200 Millionen Impfdosen vorab gesichert.

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Dass Nuvaxovid aber nun irgendwie „besser“, grundlegend anders oder technologisch „konservativer“ sei als die mRNA-Impfstoffe, ist eher ein Impfskeptiker- oder Impfhinausschieber-Mythos.

Virusprotein wird in Insektenzellen produziert

Richtig ist, dass es sich um einen „Totimpfstoff“ handelt – was aber auch auf die mRNA-Impfstoffe zutrifft. In beiden Fällen handelt es sich um „tote“ chemische Moleküle, die von außen in den Körper gebracht werden. Während bei den mRNA-Impfstoffen jedoch nur der Bauplan für das Spike-Protein (den Stachel des Coronavirus) in die Zellen geschleust wird, die dann das Spike-Protein selbst herstellen, produziert Novavax die Spike-Proteine mit einer „rekombinanten“ Technologie im Labor, also mit Gentechnik: Die Geninformation, der Bauplan für die Spike-Proteine, wird in Insektenzellen eingebracht, die dann massenhaft vermehrt werden und Virusprotein produzieren.

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Und zwar so, dass am Ende 14 Spike-Proteine miteinander verbunden in einer Art winzigem kugeligen Wollknäuel zusammenkommen. Millionen dieser nur wenige Nanometer großen „virusähnlichen Partikel“ werden dann aus der Insektenzellkultur „geerntet“, gesäubert und als Impfstoff verabreicht.

Sf21 - eine Insektenzelllinie, wie sie in ähnlicher Form auch für die Produktion des Novavax-Impfstoffs verwendet wird. Foto: Dwight Lynn/USDA/Wikimedia Commons Vergrößern
Sf21 - eine Insektenzelllinie, wie sie in ähnlicher Form auch für die Produktion des Novavax-Impfstoffs verwendet wird. © Dwight Lynn/USDA/Wikimedia Commons

Solche allein auf Proteinen beruhenden Impfstoffe reizen das Immunsystem jedoch kaum. Es erkennt, dass es sich nicht wirklich um ein Virus handelt. Das ist einerseits gut, weil die Impfung daher seltener zu geröteten Armen oder Fieber oder ähnlichen vorübergehenden Begleiterscheinungen führt.

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Aber es ist auch schlecht, weil das Immunsystem kaum reagiert und wenig Schutz aufbaut. Deshalb muss Novavax einen „Reizstoff“, ein Adjuvans, dazugeben: Saponin, ein auch in anderen Impfstoffen verwendetes Seifenbaumextrakt. Wie es das Immunsystem reizt, ist unbekannt (anders übrigens als bei den RNA-Impfstoffen, für die genau erforscht ist, wie die RNA das Immunsystem kitzelt).

Trotz des Saponins aktiviert Nuvaxovid die „zelluläre“ Immunantwort, den zweiten Arm der Körperabwehr nicht so gut wie mRNA-Impfstoffe. Das könnte langfristig ein Nachteil etwa gegen Virusvarianten wie Delta sein. Doch das wäre verschmerzbar, solange Nuvaxovid dazu beiträgt, auch noch den letzten Impfzweifler endlich zum Impfen zu bewegen.

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