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Mit dem Impfstoff von Astrazeneca sollen in Deutschland nur noch Menschen über 60 geimpft werden. Foto: dpa/Jens Kalaene
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Nach Astrazeneca-Stopp für Jüngere Kombination der Impfstoffe könnte sogar besseren Schutz bieten

Francesco Schneider-Eicke

Unter 60-Jährige, die bereits eine Erstimpfung mit dem Astrazeneca-Vakzin erhalten haben, müssen auf einen weiteren Impfstoff ausweichen. Das könnte von Vorteil sein.

Seit vergangener Woche soll der Astrazeneca-Impfstoff nur noch an Menschen ab 60 Jahren verabreicht werden. Heißt das, dass solche Menschen, die eine erste Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs erhalten haben, keine Chance mehr auf den beliebteren mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer und Moderna haben? Nein, sagen Experten. Es sei sogar damit zu rechnen, dass die Kombination von Impfstoffen einen breiteren Schutz gewährleistet.

Prinzipiell funktionieren Vektor-Impfstoffe, wie die von Astrazeneca oder von Johnson&Johnson, und mRNA-Impfstoffe ähnlich: Sie bringen dem Körper bei, wie er Coronaviren erkennt und sie unschädlich macht. Das funktioniert bei beiden Arten von Impfstoffen, indem eine Immunantwort des Körpers auf sogenannte Spike-Proteine hervorgerufen wird.

Während diese Proteine an sich unschädlich für den Menschen sind, sitzen sie an der Hülle von Coronaviren. Damit können die Viren nach einer Impfung erkannt und vom Immunsystem abgewehrt werden.

Der Unterschied liegt lediglich in dem Medium, über das die Informationen zu Spike-Proteinen in den Körper gelangen: Während bei mRNA Impfstoffen der Bauplan des Proteins direkt verabreicht wird, wird er bei Vektor-Impfstoffen in das Erbgut eines anderen Virus eingesetzt, der dann verabreicht wird.

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Die Annahme, vor grundsätzlich anderen Funktionsweisen zu stehen, trifft also nicht zu. "Man kann die Immunität, die man mit dem Astrazeneca-Impfstoff aus gelöst hat, ohne Probleme mit einem mRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken", so Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, gegenüber der "Augsburger Allgemeinen".

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Dieses Prinzip hat bereits bei anderen Impfstoffen in der Vergangenheit gut funktioniert. Bei Hepatitis B werden beispielsweise Kombinationsimpfstoffe verwendet, und auch in Studien zu HIV-Impfungen rufen die Kombinationen von DNA und Vektorimpfstoffen sehr gute Immunantworten hervor, berichtet der Infektiologe Michael Hölscher von der Ludwig-Maximilians-Universität München im Bayerischen Rundfunk. Vor allem in Hinblick auf zukünftige Mutationen des Virus könnten Impfstoffkombinationen eine zentrale Rolle spielen.

Bis solche Kombinationen in Deutschland allerdings umgesetzt werden können, müssen noch wissenschaftliche Studien durchgeführt und beendet werden. Ulrike Protzer, Leiterin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München und des Helmholtz-Zentrums München, fordert deshalb im ZDF schnelle Studien zur Verträglichkeit der Impfstoffe. Eine solche Studie wird derzeit an der Universität Oxford, der Geburtsstätte des Astrazeneca-Impfstoffs, durchgeführt. Erste Ergebnisse werden im Juni erwartet.

[In einer vorherigen Version hieß es, dass die Kombination von DNA- und Vektorimpfstoffen bei HIV sehr gute Immunantworten hervorruft. Wir haben dies geändert, da es bislang nur Studien zu HIV-Impfungen gibt.]

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