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Ein Aufsteller auf dem Campus der Jacobs University, auf dem Besucher:innen in vielen Sprachen willkommen geheißen werden. Foto: Carmen Jaspersen/picture alliance/dpa
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Jacobs-Universität in Bremen Neustart mit SAP und Neusoft unsicher

Im November schien die Umwandlung der privaten Jacobs University in einen KI-Campus zum Greifen nahe. Doch zum Jahresbeginn ist wieder alles offen.

Mitte November hatte die rot-grün-rote Bremer Landesregierung noch Hoffnung für die Jacobs University Bremen (JUB) verbreitet: Der Weltkonzern SAP wolle sich ab 2021 im kleinen Bremen engagieren und gemeinsam mit dem chinesischen Konzern Neusoft die existenzbedrohte Privathochschule retten.

Noch in derselben Woche sollte eine Absichtserklärung unterzeichnet werden, nach der die beiden Firmen gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz die JUB übernehmen könnten, um sie in einen Campus für Künstliche Intelligenz (KI) umzuwandeln.

Die Zeit drängte, denn die bisherige JUB-Hauptanteilseignerin, die Schweizer Jacobs Foundation, wollte nur noch bis zum Jahresende an Bord bleiben. Und ohne neue Investoren könnte die international anerkannte Privathochschule nicht mehr lange überleben. Wenngleich die Jacobs-Foundation fairerweise ankündigte, ihre bis 2027 zugesagten weiteren Fördermittel, rund 60 Millionen Euro, vorab als eine Art Abschlagszahlung zu überweisen.

Ein Rücktritt und ein Beinahe-Dementi

Nun ist der Jahreswechsel gekommen, aber noch immer wurde kein „Letter of Intent“ unterzeichnet. Stattdessen mehren sich die Zweifel, dass der Neustart überhaupt stattfinden wird.

Zunächst erklärte JUB-Präsident Antonio Loprieno nach nur 13 Monaten Amtszeit seinen Rücktritt zum Jahresende – überraschend und ohne Begründung. Zwei hauseigene Führungskräfte, Andrea Herzig-Erler und Thomas Auf der Heyde, haben gemeinsam seine Nachfolge übernommen. Es war bereits der dritte vorzeitige Wechsel an der JUB-Spitze seit Anfang 2018.

Kurz danach wurde bekannt, dass der vollmundig angekündigte Einstieg des deutsch-chinesischen Konsortiums noch völlig offen ist. „Anders als bisweilen berichtet, steht die Art und Weise einer Zusammenarbeit noch nicht fest“, teilte SAP auf Medienanfragen mit. Die Diskussionen darüber seien „noch in einem sehr frühen Stadium“.

"Weiterhin intensive Gespräche"

Der Bremer Senat schaut sich inzwischen auch nach anderen Einstiegskandidaten um – als hätte er bereits seinen Glauben an die eigene Ankündigung verloren. Vielleicht spielt dabei auch eine Rolle, dass es in der Bundesregierung Bedenken gegen den chinesischen Konsortialpartner Neusoft geben soll.

Zum Jahreswechsel schrieb dazu ein Sprecher von Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD) auf Anfrage: „Wir befinden uns weiterhin in intensiven Gesprächen mit potenziellen Partnern aus dem IT-, KI- und Wissenschaftsbereich. Darüber hinaus bestehen Gesprächsfäden mit weiteren potenziellen Partnern und Investoren.“ Details wollte der Sprecher nicht nennen.

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