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Mutanten. Das einzig Konstante des Coronavirus ist, dass es sich stetig wandelt. So haben einige Sars-CoV-2-Viren der B117-Variante zusätzlich zu den bisherigen rund 20 Mutationen noch eine weitere angehäuft, zeigen Tests. Es wird nicht die letzte gewesen sein. Foto: AFP Foto: AFP
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In den USA gefundene Mutanten Erhöht ansteckend - aber nicht so sehr wie B.1.1.7

In Kalifornien und New York breiten sich von amerikanischen Medien als „home grown“ bezeichnete Varianten von Sars-CoV-2 aus.

Seit Ende 2020 erstmals über sich ausbreitende Mutanten von Sars- CoV-2 berichtet wurde, wird intensiv nach solchen gesucht.

Die meisten, die gefunden werden, sind bedeutungslos. Ein paar aber nehmen regional anteilmäßig stark zu. In den USA erregen jetzt in Kalifornien und New York erstmals nachgewiesene genetische Varianten Besorgnis.

Zu diesen von US-Medien als "home grown", - hausgemacht - bezeichneten Varianten gehört eine, die ein Team um Charles Chiu, Virologe an der University of California in San Francisco, Ende Dezember fand. Sie machte da bereits ein Viertel der in Chius Labor gensequenzierten Proben aus. Parallel dazu fand auch eine andere Arbeitsgruppe den neuen Virentyp mit einer Ansammlung charakteristischer Mutationen in vielen Proben aus Kalifornien.

Tatsächlich kursieren zwei sich sehr ähnliche und ähnlich benannte Typen: B.1.427 und B.1.429. Sie haben sich, so zeigen es neue Daten, in den vergangenen Wochen sowohl an einem einzelnen intensiv untersuchten Ort – einem Stadtteil San Franciscos – als auch im gesamten Bundesstaat zunehmend verbreitet und nehmen in ihrem Anteil an allen untersuchten Tests stetig zu.

Zwei Studien mit diesem Ergebnis sind noch nicht offiziell begutachtet und in Fachmagazinen publiziert. Sie werden aber unter Experten nicht angezweifelt. Die Varianten seien offensichtlich stärker ansteckend, zitiert die „New York Times“ William Hanage, Epidemiologe an der Harvard T. H. Chan School of Public Health. Es gebe aber „keine Anhaltspunkte dafür, dass das in vergleichbarem Ausmaß wie bei B.1.1.7 geschieht“. B.1.1.7 ist die in Großbritannien erstmals nachgewiesene Mutante, die sich derzeit auch in Deutschland ausbreitet.

Mehr Todesfälle, aber unsichere Statistik

Die Daten legen auch nahe, dass B.1.427 und B.1.429 Eigenschaften haben könnten, die es ihnen ermöglichen, dem Immunsystem und Impfstoffen besser auszuweichen. Labortests zeigten, dass sie im Reagenzglas um etwa 40 Prozent effektiver darin waren, in Zellen einzudringen. Abstriche bei Betroffenen ergaben zudem eine etwa verdoppelte Virenlast in den Proben. Chiu und seine Kollegen bekamen auch Einsicht in die Akten von 308 Erkrankungsfällen in San Francisco. Zumindest in dieser Stichprobe war ein größerer Prozentsatz der Menschen an der neuen Variante gestorben als an anderen. Hier ist es aber auch noch möglich, dass es sich um durch die Statistik bedingten Zufall handelt. Für B.1.1.7, die in Großbritannien zuerst nachgewiesene Mutante, gilt es allerdings als nachgewiesen, dass diese auch gefährlicher und krankmachender ist.

New York: Ähnlichkeiten mit in zuerst in Brasilien gefundener Mutante

Eine weitere Mutante hat sich in New York verbreitet – .1.526 hat Ähnlichkeiten mit den zuerst in Südafrika und Brasilien aufgetretenen Varianten; auch dazu gibt es eine aktuelle, aber noch nicht abschließend begutachtete Studie. Die VirusvarianteB.1.526 soll in New York bis Mitte Februar auf einen Anteil von zwölf Prozent aller Proben gekommen sein. Die US-Varianten sind auch in anderen Ländern bereits nachgewiesen worden, etwa in Dänemark, aber bislang ohne im Anteil deutlich zuzunehmen.

Wegen der hohen Zahl Infizierter gehen Virologen davon aus, dass weiterhin neue, infektiösere Mutanten auftauchen und dass ihr Anteil an den Infektionen zunehmen wird. Inwieweit gegen sie die existierenden Impfstoffe wirken und wie gefährlich sie sein werden, muss jeweils einzeln untersucht werden. Für die "kalifornische" Variante wird eine verringerte, aber immer noch ausreichende Wirkung der Impfstoffe vermutet.

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