Nervensache. Denksport mindert den Leistungsverlust des Hirns nicht. Foto: Mike Wolff/Tsp
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Gehirnjogging Sudoku stoppt den geistigen Verfall nicht

Eine Langzeitstudie an 500 Probanden in Schottland zeigt, dass Gehirnjogging nicht nutzlos ist, den allmählichen Verlust der Hirnfitness aber nicht aufhält.

Das Knacken von Sudoku- oder Kreuzworträtseln hält den geistigen Abbau im Alter nicht auf. Das berichten Forscher im „British Medical Journal“. Allerdings verbessert solches Gehirnjogging die geistigen Fähigkeiten während des gesamten Lebens – und trägt vermutlich dazu bei, dass der geistige Abbau später ersichtlich wird.

Intelligenztest als 11-Jährige

Im Englischen umschreibt die Redewendung „use it or lose it“ (auf deutsch in etwa „nutz es oder verlier es“) eine gängige Annahme unter Alternsforschern: Wer lebenslang seine geistigen Fähigkeiten fordert, verliert diese im Alter nicht so schnell. Wissenschaftlich sei dies aber nicht gut erforscht, schreiben nun Forscher um Roger Staff von der Klinik „Aberdeen Royal Infirmary“.

So gebe es kaum Langzeituntersuchungen, die auch die intellektuellen Fähigkeit von Studienteilnehmern im Kindesalter berücksichtigen. Unterschiede darin könnten das spätere Abschneiden in Tests erheblich beeinflussen.

Das Team um Staff untersuchte nun 498 Freiwillige des Geburtsjahres 1936 aus Schottland. Diese hatten im Alter von elf Jahren einen Intelligenztest absolviert. Ab dem Alter von etwa 64 Jahren baten die Forscher die Männer und Frauen bis zu fünf Mal im Verlauf von 15 Jahren zu einer Untersuchung. Die Teilnehmer absolvierten dann verschiedene Tests, die unter anderem zeigten, wie gut ihr Gedächtnis ist und wie hoch ihr geistiges Tempo. Außerdem fragten die Forscher die Ausbildung ab.

Hirnsport verbessert die Ausgangslage für den unaufhaltsamen Verfall

Mit einem Fragebogen ermittelten sie zudem, wie sehr sich die Teilnehmer intellektuell fordern – ob sie viel lesen, wie gerne sie komplizierte Probleme knacken, wie neugierig sie sind und wie gerne sie über Ideen und Konzepten grübeln. Dann brachten sie alle erhobenen Daten miteinander in Zusammenhang.

Die Auswertung zeigte zunächst, dass Menschen mit höherer Ausbildung und einem besseren Abschneiden bei dem Intelligenztest im Kindesalter sich geistig mehr fordern. Zudem schnitt bei den Tests besser ab, wer sich gern intellektuell beschäftigt.

Allerdings hielt ein allgemein hohes Maß an geistiger Beschäftigung den kognitiven Abbau im Alter nicht auf. Teilnehmer, die gerne und häufig knifflige Probleme lösten, schnitten in den Tests im Alter zwar besser ab als solche, die das nicht gerne taten. Aber auch bei diesen Teilnehmern ließen die geistigen Fähigkeiten zunehmend nach. Rätsellösen, so Staff, schütze nicht vor dem geistigen Abbau, führe aber zu einem „höheren Ausgangspunkt, von dem aus der Abbau erfolgt“.

Anja Garms (dpa)

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