Eine Mitarbeiterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereitet Impfungen gegen Ebola vor (Foto von 2018). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzichtet zunächst darauf, wegen des grassierenden Ebola-Virus im Kongo eine «gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite» auszurufen. a Foto: Al-Hadji Kudra Maliro/AP/dp
© Al-Hadji Kudra Maliro/AP/dp

Ebola in der DR Kongo WHO ruft noch keinen internationalen Notstand aus

Die WHO hat sich zunächst dagegen entschieden, eine internationalen Notlage auszurufen. Doch die Lage bleibt kritisch, die Situation für Helfer schwierig

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzichtet zunächst darauf, wegen des grassierenden Ebola-Virus im Kongo eine «gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite» auszurufen. Damit folge sie einer Empfehlung eines Expertengremiums, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Die gefährliche Infektionskrankheit habe sich noch nicht auf die Nachbarländer ausgebreitet, erläutertete der Chef des Expertengremiums, Robert Steffen, die formalen Gründe der Entscheidung. Dies bedeute aber nicht, dass die Gefahr vorüber sei. «Wir können uns nicht zurücklehnen» sagte Steffen.

Bürgerkrieg - und zu wenig Geld

Es gehe jetzt darum, Zugang zu allen Gegenden in der Demokratischen Republik Kongo zu bekommen, wo das Virus grassiere. In der Bürgerkriegsregion im Osten des Kongo ist der Einsatz von Medizinern gefährlich und schwierig und gefährlich. Tedros machte darauf aufmerksam, dass zur Bekämpfung einer Ausbreitung der Krankheit mehr Geld gebraucht werde. Von den budgetierten knapp 150 Millionen Dollar (133 Millionen Euro) sei erst rund die Hälfte eingesammelt. Durch zusätzlichen Bedarf liege die aktuelle Finanzierungslücke bei 104 Millionen Dollar.

Mehr als 750 Todesfälle

Seit vorigem Jahr hat die WHO im Kongo fast 1200 Ebola-Fälle registriert. Mehr als 750 Menschen starben an der Krankheit. Im Februar war die Zahl der neuen Fälle pro Woche zunächst zurückgegangen, aber der Trend kehrte sich im März wieder um. Mehr als 90 000 Menschen, die mit Kranken oder Angehörigen und Freunden von Kranken in Kontakt waren, wurden mit einem experimentellen Impfstoff geimpft.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es ist hochansteckend und verursacht unter anderem starke innere Blutungen. Unbehandelt führt eine Erkrankung meist innerhalb von wenigen Tagen zum Tod, aber auch medizinisch gut versorgte Patienten können dem Leiden erliegen. (dpa)

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