Janina Kugel ist noch bis Anfang kommenden Jahres Personalchefin von Siemens. Foto: Sebastian Muth/Handelsblatt
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Exklusiv Zukunft der Arbeit Regierung richtet neuen „Rat der Arbeitswelt“ ein

An der Spitze die Siemens-Personalchefin und der Ex-Verdi-Chef: Arbeitsminister Heil möchte per Sachverständigenrat den Wandel in der Arbeitswelt begleiten.

Die Räterepublik Deutschland bekommt Zuwachs. Nach diversen Sachverständigenräten – unter anderem für Wirtschaft und Gesundheit, Migration und Umwelt – gibt es künftig auch einen „Rat der Arbeitswelt“. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) stellt dafür knapp zwei Millionen Euro im Jahr zur Verfügung. Für die Spitze des Gremiums sind der langjährige Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, sowie Siemens-Personalvorstand Janina Kugel vorgesehen. Das erfuhr der Tagesspiegel in Berliner Kreisen. Das Gremium soll erstmals Anfang 2020 zusammentreffen und sich dann mit Veränderungen in der Erwerbsarbeit und Empfehlungen für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft befassen.

Frank Bsirske ist seit September Rentner. Foto: dpa Vergrößern
Frank Bsirske ist seit September Rentner. © dpa

Die Dachverbände der Sozialpartner, also Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) und Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), haben den stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden des VW-Werks Braunschweig, Mathias Möreke, sowie Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens als Sachverständige vorgeschlagen.

Zum neuen Rat gehören ferner die Nürnberger Soziologin Sabine Pfeiffer und Ulrich Walwei, Vizedirektor des Forschungsinstituts der Bundesgagentur für Arbeit (IAB), sowie die Zürcher BWL-Professorin Uschi Backes-Gellner. Den Mittelstand vertritt der langjährige Präsident der Handwerkskammer Berlin, Stephan Schwarz. Ferner wurden der Betriebsratschef der BASF, Sinischa Horvat, sowie zwei Vertreter aus der Start-up-Szene vom Arbeitsministerium in den „Rat der Arbeitswelt“ berufen.

Über die Aufgabenstellung und die Geschäftsstelle, die außerhalb des BMAS angesiedelt sein soll, will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Kürze informieren. Bsirske und Kugel waren rasch als Ratsvorsitzende ausgemacht, da beide über Zeit verfügen: Der 67-jährige Bsirske ist seit September nicht mehr Verdi-Vorsitzender und die 49-jährige Kugel verlässt im Januar den Siemens-Vorstand.

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