Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Gazprom bereitet sich weiter auf umfangreiche Gaslieferungen nach Europa vor. Foto: Sergei Ilnitsky/EPA/dpa
© Sergei Ilnitsky/EPA/dpa

Nach Putin-Anweisung Gazprom füllt fünf europäische Speicher auf

Der russische Gasriese treibt seine Pläne für umfassende Lieferungen nach Europa voran. Mit Blick auf die hiesige Energiekrise dreht der Konzern die Hähne auf.

Der russische Energieriese Gazprom hat eigenen Angaben zufolge mit der angekündigten Auffüllung europäischer Gasspeicher begonnen. Das Unternehmen habe einen entsprechenden Plan zur Einspeisung von Gas in fünf unterirdische Anlagen im November gebilligt, heißt es in einer Mitteilung.

Mit der Umsetzung des Plans sei bereits begonnen worden. Die Mengen und Routen für den Transport stünden fest.

Gas ist derzeit in Europa knapp und heiß begehrt. Die Preise sind im Zuge der Konjunkturerholung nach dem Höhepunkt der Coronakrise in die Höhe geschossen.

Angesichts der Energiekrise in Europa hatte Russlands Präsident Wladimir Putin den Staatskonzern Ende Oktober angewiesen, die Lieferungen nach Deutschland und Österreich zu erhöhen. Gazprom-Chef Alexej Miller erklärte damals, dass dies nach dem 8. November möglich sei - sobald die russischen Speicher aufgefüllt seien.

Kritiker haben Gazprom in den vergangenen Wochen mehrfach vorgeworfen, nicht auf die erhöhte europäische Nachfrage reagiert zu haben. Vermutet wurde, dass die russische Seite so eine rasche Inbetriebnahme der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 erzwingen wollte. Moskau wies solche Anschuldigungen zurück. Russland wirft vielmehr der EU vor, es nach dem letzten kalten Winter versäumt zu haben, ihre Gasspeicher rechtzeitig wieder aufzufüllen.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Putin hatte mehrfach für eine schnelle Inbetriebnahme von Nord Stream 2 geworben. Die Pipeline war am 10. September fertiggestellt worden. Ziel ist es laut der Betreiberfirma, die 100-prozentige Tochter des russischen Gasriesen Gazprom ist, die Leitung noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen zu können.

Die Bundesnetzagentur hat noch bis Anfang Januar Zeit, über eine Betriebserlaubnis für die 1230 Kilometer langen Röhren zu entscheiden, die jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland liefern sollen. (dpa, Reuters)

Zur Startseite