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Besonders hoch waren die Preisanstiege bei Nadelschnittholz. Foto: Thomas Frey /dpa
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Frühindikator für Inflation Stärkster Anstieg der Erzeugerpreise seit 1974

Um 14,2 Prozent kletterten die Produzentenpreise im September im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das liegt vor allem an den hohen Energiekosten.

Die Preise deutscher Hersteller klettern von Rekord zu Rekord. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen im September um 14,2 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit fast 47 Jahren nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Ein größeres Plus gab es zuletzt im Oktober 1974, als die Preise wegen der ersten Ölkrise sogar um 14,5 Prozent zulegten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 12,7 Prozent gerechnet, nachdem die Steigerungsrate im August noch 12,0 Prozent betragen hatte.

Gegenüber dem Vormonat August 2021 stiegen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte nach Angaben des Bundesamtes um 2,3 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Entwicklung bei den Energiepreisen legten sie gegenüber dem Vormonat um lediglich 0,4 Prozent zu und gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,6 Prozent.

Hauptursache für die Entwicklung waren Preissprünge bei Energie, die im September im Durchschnitt um 32,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zulegten. Besonders deutlich verteuerte sich Erdgas (plus 58,9 Prozent). Wie das Bundesamt weiter ausführte, waren die Energiepreise im September 2021 im Durchschnitt 32,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Allein gegenüber dem Vormonat August 2021 stiegen sie demnach um 8,0 Prozent.

Zugleich stiegen die Preise vieler Vorleistungsgüter wie Holz und Metalle kräftig. Hintergrund sind die hohe Nachfrage wegen der weltweiten Konjunkturerholung nach dem Corona-Schock und teils erhebliche Probleme im internationalen Warenhandel, die für Knappheiten sorgen.

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Besonders hoch waren die Preisanstiege im September gegenüber dem Vorjahresmonat bei Nadelschnittholz (plus 117,9 Prozent), bei Verpackungsmitteln aus Holz (plus 92,5 Prozent), Sekundärrohstoffen (plus 87,2 Prozent) sowie Betonstahl in Stäben (plus 81,8 Prozent). Metalle waren im Durchschnitt insgesamt 35,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben. Die Inflationsrate liegt mit 4,1 Prozent aktuell bereits so hoch wie seit 1993 nicht mehr und könnte sich Ökonomen zufolge in den kommenden Monaten in Richtung fünf Prozent bewegen.

"Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber September 2020 war die Preisentwicklung bei Energie", erklärten die Statistiker. Sie verteuerte sich um durchschnittlich 32,6 Prozent, allein zum Vormonat um acht Prozent. Klammert man Energie aus, lagen die Erzeugerpreise insgesamt nur 8,6 Prozent über dem Vorjahr. (Reuters, dpa, AFP)

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