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Delivery Hero kehrt mit Foodpanda auf den Heimatmarkt Deutschland zurück. Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
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Update Berliner Dax-Konzern zurück im Deutschland-Geschäft Delivery Hero startet Essenslieferdienst Foodpanda in Berlin

Erst vor zwei Jahren hat Delivery Hero sein Deutschland-Geschäft verkauft. Nun versucht es der Berliner Dax-Konzern mit dem Lieferdienst Foodpanda erneut.

Die Essenslieferdienste Wolt und Lieferando bekommen Konkurrenz. Wie der Dax-Konzern Delivery Hero am Mittwoch ankündigte, will auch das Berliner Unternehmen unter der Marke Foodpanda künftig wieder Essen ausliefern. Schon ab Juni sollen Gerichte aus Restaurants, aber auch Lebensmittel und Supermarktartikel auf diesem Wege verkauft werden. Deutschlandweit soll das Angebot ab August zur Verfügung stehen, wie Konzernchef Niklas Östberg auf Twitter ankündigte.

"Wir werden nicht nur die Restaurant-Lieferung von Essen anbieten", sagte Östberg zudem der "Süddeutschen Zeitung". "Wir werden auch alles andere liefern, von Lebensmitteln über Schuhe bis zu Pharmaprodukten. Eben alles, was die Shops in der direkten Umgebung anbieten." Der Clou: Die Lieferung soll innerhalb von sieben Minuten erfolgen. Östberg versah diese Ankündigung auf Twitter mit dem Hashtag #quickcommerce.

Der Schritt von Delivery Hero ist eine Kampfansage in mehrere Richtungen. Zum einen fordert das Unternehmen damit die Firma Takeaway heraus. Erst vor gut zwei Jahren hatte Delivery Hero seine Essenslieferdienste Foodora, Lieferheld und Pizza.de für 930 Millionen Euro an den niederländischen Konkurrenten verkauft. Die Marken waren daraufhin eingestampft und das Geschäft war in den Takeaway-Lieferdienst Lieferando integriert worden. Damit war Delivery Hero sein Deutschland-Geschäft auf einen Schlag los. Die Abmachung, nicht mehr auf dem deutschen Markt aktiv zu werden, ist inzwischen abgelaufen.

Angriff auch auf Gorillas

Die aktuelle Ankündigung könnte als Eingeständnis gewertet werden, dass der Verkauf im Nachhinein kritisch gesehen wird. Schließlich gelten Essenslieferungen seit der Coronakrise als boomendes Geschäftsfeld. Ursprünglich hatte Delivery Hero dafür in Deutschland nicht ausreichend Wachstumspotential gesehen. In den vergangenen Jahres habe man nun einen positiven Wandel der Nachfrage in Deutschland beobachtet, sagt Östberg heute dazu.

Auf Twitter führten die neuen Pläne von Delivery Hero zu einem offenen Schlagabtausch zwischen Östberg und dem Takeaway-Chef Jitsoe Groen. "Wir haben sie (Delivery Hero, Anm. d. Red.) in Holland, Großbritannien, Polen, Irland und Deutschland geschlagen", schrieb Groen im Kurznachrichtendienst. "Und wir freuen uns, es wieder zu tun." Das wollte Östberg nicht auf sich sitzen lassen und führte seinerseits auf, in welchen Gebieten sein Unternehmen dem von Groen überlegen sei.

Gleichzeitig greift Delivery Hero damit aber auch Supermarkt-Lieferdienste wie Gorillas oder Flink an. Diese Dienste sind erst in der Coronakrise groß geworden. Sie liefern frische Lebensmittel und Supermarktartikel innerhalb von zehn Minuten - also etwas mehr als Östberg verspricht - per Fahrradkurier an die Haustür. Speziell das Berliner Start-up Gorillas gilt als sehr erfolgreich und ist seit einer Finanzierungsrunde vor gut einem Monat mehr als eine Milliarde Euro wert. Unbestätigten Quellen zufolge steht eine weitere Finanzierungsrunde bereits in Aussicht.

Foodpanda in diversen Ländern bereits aktiv

Um auch auf diesem Feld aktiv zu werden, will Delivery Hero ebenso wie Gorillas und Flink kleine Lagerflächen in den Innenstädten anmieten. Von dort aus sollen die zeitnahen Lieferungen im unmittelbaren Radius erfolgen. Erfahrung damit kann Delivery Hero bereits vorweisen. In anderen Ländern betreibt das Unternehmen insgesamt rund 600 dieser sogenannten DMarts.

In anderen Ländern, wie hier in Thailand, ist Foodpanda bereits aktiv. Jack TAYLOR / AFP Vergrößern
In anderen Ländern, wie hier in Thailand, ist Foodpanda bereits aktiv. © Jack TAYLOR / AFP

Auch die Marke Foodpanda startet nicht bei Null. Delivery Hero ist damit bereits in rund 20 Ländern weltweit aktiv und liefert unter diesem Label Lebensmittel aus. Die Zentrale des Lieferdienstes ist ebenfalls in Berlin angesiedelt. "Wir haben den deutschen Markt immer im Auge behalten und sehen große Möglichkeiten", sagte Foodpanda-Chef Artur Schreiber.

Den Weg hin zu schwarzen Zahlen wird der Markteintritt in Deutschland wohl jedoch nicht beschleunigen. "Wir gehen davon aus, jahrelang keinen Gewinn in Deutschland zu erzielen", sagte Östberg dazu. Wir rechnen mit einem 10- bis 15-jährigen Investitionszeitraum, um an die Spitze zu gelangen." Die Margen in dem Geschäft seien "hauchdünn".

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