Schön bunt war es. Besucher auf der Modemesse Seek. Foto: Britta Pedersen/dpa
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Berlin Fashion Week 2019 Alle Modemessen künftig in Tempelhof?

Die Modemessen wollen nach der Fashion Week künftig eine „gemeinsame Location“. Es gibt Pläne, alles im alten Flughafen stattfinden zu lassen.

Die Berliner Modemessen hatten ihre Tore am Donnerstag gerade geschlossen, da sorgte Jörg Wichmann, der Chef der Panorama, noch einmal für gehörigen Wirbel: Er regte an, künftig alle Messen gemeinsam in den Hallen des ehemaligen Flughafens Tempelhof abzuhalten. „Wir haben die Fähigkeit, den Fashion-Standort Berlin neu zu gestalten. Jetzt gehen wir auf alle Beteiligten zu, um die möglichen Modelle und Szenarien zu besprechen, dabei sind alle Optionen denkbar“, ließ er in einer Mitteilung wissen. Sein Vorstoß folge „dem Wunsch der Branche nach einer gemeinsamen Location“, es würden bereits erste Gespräche geführt.

Für den Modestandort Berlin wäre das eine Revolution, die derzeit utopisch erscheint. Dass Wichmann sie trotzdem ins Gespräch brachte, hat mit dem Erfolg der Panorama in den vergangenen Tagen zu tun. Die Messe, auf der vor allem kommerziell ausgerichtete Marken ihre Kollektionen zeigen, feierte einen Besucherrekord, schon am ersten Tag waren zwanzig Prozent mehr Gäste als im vorigen Winter gezählt worden. Auch danach herrschte reges Treiben in den Messehallen am Funkturm.

Davon profitierte die Selvedge Run. Die Spartenmesse für handwerklich hochwertige Marken und Denim-Manufakturen war von der Panorama übernommen und als eigenes Segment in die Hauptveranstaltung integriert worden. Den Ausstellern der Selvedge Run hat die Fusion nicht geschadet. Die bewährten Einkäufer seien weiterhin gekommen, zusätzlich habe es Interesse von den Stammbesuchern der Panorama gegeben, lassen die Organisatoren wissen.

Die Seek feierte ihr zehnjähriges Bestehen

Die Premium, Berlins traditionsreichste Modemesse, hat in dieser Saison versucht, den in der Branche grassierenden Zweifeln an traditionellen Messeformaten mit einem höheren Erlebniswert zu begegnen. Die Aussteller waren angehalten, Schlüsseloutfits augenfällig zu inszenieren, statt sie nur auf Bügel zu hängen. Es habe durchaus kritische Stimmen gegeben, räumte Premium-Chefin Anita Tillmann hinterher ein. Insgesamt sei die Neuausrichtung aber genau richtig gewesen. Zu den Besucherzahlen äußerte sich die Messegesellschaft nicht.

Keine Kontroversen gab es auf der Seek, die ebenfalls zur Premium-Gruppe gehört. Die Messe, auf der vor allem klassische Sportswear und gehobene Freizeitmode gezeigt wird, feierte ihr zehnjähriges Bestehen und bekam erneut großen Zuspruch von einem auffallend jungen und internationalen Fachpublikum.

Neu war die Neonyt. Die Messe für nachhaltige Mode resultierte aus der Fusion von Green Showroom und Ethical Fashion Show. Die Aussteller freuten sich insbesondere über das Interesse vieler Einkäufer von konventionellen Händlern.

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