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Mit vereinten Kräften. Auf Luke Sikma (links) und Malte Delow (rechts) wartet gegen Nikola Mirotic eine ganz schwere Aufgabe. Der spanisch-montenegrinische Power Forward ist der bestbezahlte Basketballer Europas. Foto: imago images/Camera 4
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Zwölf Spiele in 27 Tagen für Alba Berlin Belastungstest mit Bauchschmerzen

An diesem Dienstag empfängt Alba Euroleague-Spitzenreiter Barcelona und startet in harte Wochen. „Die Belastung ist zu groß“, warnt Sportdirektor Himar Ojeda.

Himar Ojeda ist es gewohnt, tief in die Materie einzudringen, und das merkt man auch bei der Bewertung von Alba Berlins Aussichten in der Euroleague. „In der Tabelle sieht es aus, als hätten wir eine Chance auf die Play-offs. Doch man sollte aufpassen, dass man damit keine falschen Erwartungen weckt“, sagt der spanische Sportdirektor, und rattert die schwierigen Gegner der Berliner in den letzten sechs Spielen herunter. Die Tabelle sei nach dem Ausschluss der drei russischen Teams sehr verwirrend und verzerrt. „Viele Klubs haben das Gefühl, plötzlich wieder eine Chance zu haben, doch wenn man es genau analysiert, ist es für uns schon extrem schwierig“, sagt Ojeda.

Das gilt insbesondere für das Heimspiel an diesem Dienstag (20 Uhr, Magentasport) gegen Tabellenführer FC Barcelona. Da die Eisbären fast zeitgleich in der Arena am Ostbahnhof im Einsatz sind, findet das Spiel in der alten Heimat, der Max-Schmeling-Halle, statt. Doch ganz unabhängig vom Austragungsort sind die Berliner gegen die Katalanen krasser Außenseiter. Allein das Gehalt von Barcelonas Star Nikola Mirotic ist Schätzungen zufolge höher als Albas gesamtes Personalbudget. Die fünf Duelle seit der Berliner Rückkehr in die Euroleague vor drei Jahren gingen mit durchschnittlich 21 Punkten Unterschied klar an den Favoriten.

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Mit Fenerbahce und Anadolu Istanbul, AS Monaco sowie Roter Stern Belgrad warten danach vier weitere Play-off-Anwärter auf Alba. Dass die Berliner ihre starke Serie von fünf Siegen aus den letzten sieben Euroleague-Spielen fortsetzen können, ist daher eher unwahrscheinlich.

Maodo Lo (rechts) war zuletzt in bestechender Form, leidet aktuell aber unter muskulären Problemen. Foto: IMAGO/Nordphoto Vergrößern
Maodo Lo (rechts) war zuletzt in bestechender Form, leidet aktuell aber unter muskulären Problemen. © IMAGO/Nordphoto

Dass Ojeda beim Blick auf die kommenden Wochen Bauchschmerzen bekommt, hat aber weniger mit der Qualität der Gegner zu tun als mit der Taktung der Spiele. In den nächsten 27 Tagen stehen für Alba zwölf Einsätze auf dem Programm. „Die Belastung ist einfach zu groß. Ich befürchte, dass uns wieder eine ähnlich harte Zeit bevorsteht wie im Januar nach der Quarantäne“, sagt Ojeda. Damals verlor Albas Team nach zwei Wochen ohne Training und ohne jegliche Vorbereitungszeit fünf Spiele in schneller Folge.

Erschwerend hinzu kommen aktuell die personellen Probleme. Der zuletzt überragende Maodo Lo klagt ebenso über muskuläre Probleme wie Johannes Thiemann. Ob die beiden Nationalspieler gegen Barcelona in den Kader zurückkehren können, entscheidet sich erst wenige Stunden vor dem Spiel. „Wir schauen von Tag zu Tag, aber das wird knapp“, sagt der Sportdirektor.

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Bei Louis Olinde und Marcus Eriksson ist deutlich mehr Geduld gefragt. Olinde trägt nach seiner schweren Kapselverletzung im Daumen immer noch eine Schiene und wird einige Wochen brauchen, bis er wieder auf dem Feld steht. Das größte Sorgenkind ist jedoch der schwedische Distanzspezialist. Eriksson kam Mitte Januar gegen Real Madrid letztmals zum Einsatz. Anfangs sprach Alba von leichten Fußproblemen, doch diese haben sich mittlerweile als extrem hartnäckige Plantarfasziitis, eine schmerzhafte Reizung an der Fußsohle, herausgestellt. Wann er wieder spielen kann, ist ungewiss.

Doch bei allen Schwierigkeiten und Herausforderungen gibt es für Trübsinn keinen Grund. Vor der Niederlage im baskischen Vitoria am vergangenen Freitag hatte Alba elf Spiele in Folge gewonnen, mit dem nationalen Pokal ist die erste Trophäe der Saison bereits gesichert und zuletzt konnten Yovel Zoosman sowie Ben Lammers nach überstandenen Verletzungen wieder mitwirken. „Es war für mich sehr überraschend, wie lange wir unsere Siegesserie aufrechthalten konnten“, sagt Ojeda. „Auch wenn wir jetzt vielleicht mal ein paar Spiele verlieren werden, müssen wir ruhig bleiben und weiter unserem Basketball vertrauen.“

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