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Für die deutschen Handballerinnen um Emily Bölk gab es gegen Dänemark kein Durchkommen. Foto: imago images/wolf-sportfoto
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WM-Viertelfinale gegen Spanien Deutsche Handballerinnen wollen nach 14 Jahren wieder um eine Medaille spielen

Gegen Dänemark hatte die DHB-Auswahl keine Chance. Gegen Spanien wollen die Spielerinnen nicht noch mal "so schlecht" spielen.

Es wurde ungewöhnlich laut in der Auszeit. Doch was der sonst in sich ruhende Bundestrainer Henk Groener bei der Begegnung seiner Mannschaft gegen Dänemark beobachten musste, gefiel ihm ganz und gar nicht. Bereits fünf Minuten nach Anpfiff holte er seine Spielerinnen zusammen, um nachzujustieren. Zu nervös trat die DHB-Auswahl auf und war im Angriff nicht effektiv genug. „Kommt jetzt!“, versuchte der gebürtige Niederländer sein Team wachzurütteln, das den Start in die Partie verschlafen hatte. Doch es sollte weitere fünf Minuten dauern, bis die Deutschen das erste Tor erzielten.

Im Angriff warf man – wie schon gegen Ungarn und die Republik Kongo – die gegnerische Torhüterin zur Spielerin des Spiels. Durch die mangelhafte Wurfausbeute, die das Team schon durch das gesamte Turnier begleitet, wurden die, aus dem ohnehin hapernden Positionsangriff, resultierenden Torchancen nur noch weiter minimiert. Egal wen Groener einwechselte, der sonst so hoch gelobte breite Kader konnte keine neuen Impulse hervorbringen.

Bereits nach zwanzig Minuten stand ein 3:10-Rückstand zu Buche, der in seinem Umfang nur noch anstieg, bis die Anzeige letztlich eine bittere 16:32-Niederlage verkündete. Gegen die Titelanwärterinnen aus Dänemark bekam die deutsche Auswahl ganz klar ihre Grenzen aufgezeigt.

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„Das war einfach nicht gut“, analysierte der Trainer. „Es macht aber keinen Sinn, da lange hängen zu bleiben.“ Zumal die deutsche Mannschaft trotz des schlechten Auftritts nicht wirklich etwas verloren hat. Zwar konnte man den Rückenwind aus den vorherigen fünf siegreich gestalteten Spielen nicht mitnehmen, aber die DHB-Auswahl steht dennoch im Viertelfinale der Weltmeisterschaft und kann im Duell gegen Gastgeber Spanien (20.30 Uhr/Sportdeutschland.tv) das letzte Ergebnis mir einem Erfolg nivellieren.

Quirliger Gegner

„Sie sind im Vergleich zu den Däninnen wesentlich kleiner und quirliger. Das ist ein ganz anderer Gegner, der uns hoffentlich besser liegt. Aber so schlecht kann man nicht zweimal spielen“, sagte Co-Kapitänin Emily Bölk und betonte derweil, dass die Stimmung im Team weiter gut sei und man nun hoffe, an die zuvor guten Leistungen des Turniers anknüpfen zu können.

Dabei geht es am Abend nicht zuletzt um die erste Halbfinalteilnahme seit 14 Jahren. Und genau diesen Schritt möchte man beim DHB nun machen, deshalb wurde Henk Groener im Jahr 2018 engagiert. Dass der Niederländer, die Fähigkeiten dazu hat, Mittelmaß in Weltklasse zu verwandeln, hat er in seinem Heimatland bewiesen. Mit seiner ruhigen und Art formte der Trainer aus den Niederländerinnen, die er von 2009 bis 2016 betreute, eine Mannschaft, die seit sieben Jahren um die internationalen Titel mitspielt. 2019 wurde die Auswahl schließlich Weltmeister.

Im Viertelfinale muss das DHB-Team wieder mehr den eigenen Rhythmus finden. Foto: imago images/wolf-sportfoto Vergrößern
Im Viertelfinale muss das DHB-Team wieder mehr den eigenen Rhythmus finden. © imago images/wolf-sportfoto

Dieser beeindruckenden Entwicklung würden die deutschen Frauen nur zu gerne nacheifern. Bisher allerdings verpasste es das Team, sich die Medaillenträume zu erfüllen und musste sich mit Platzierungen unter den besten Acht zufriedengeben. Mit einem Sieg gegen Spanien könnte sich das Blatt jetzt wenden und in diesem Jahr endlich der Aufstieg in die Weltspitze gelingen. Ein Resultat, das auch für Henk Groener persönlich nicht zu verachten wäre. Besonders, da der Vertrag des Trainers in Kürze ausläuft und man sich darüber verständigt hatte, nach der WM eine mögliche Verlängerung abzuwägen. Dass die Begegnung mit den Spanierinnen für Groener als doppeltes Endspiel angesehen werden könnte, schob der 61-Jährige immer gekonnt zu Seite. Er stellt das sportlich in den Vordergrund und möchte sich nicht von Nebengeräuschen ablenken lassen.

Und rein sportlich gesehen, steht es für die Deutschen gar nicht einmal schlecht. Beim Vier-Nationen-Turnier vor zwei Wochen unterlag man den Spanierinnen nur mit einem Tor, hat aber seitdem in der Defensive bemerkenswert an Kompaktheit zugelegt. Jetzt gilt es diese Leistung erneut abzurufen. Zur Not auch mithilfe von lauten Worten seitens der Trainerbank.

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