Trotz Neuer. Paco Alcácer (l.) trifft für Dortmund im Hinspiel. Foto: Ina Fassbender/dpa
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Vor dem Spitzenspiel gegen Dortmund Die Bayern wollen Handwerk und Kunst verbinden

Der FC Bayern kann am Samstagabend gegen Dortmund die Tabellenführung zurückerobern. Dabei wird die Defensive entscheidend sein.

Der Kampf um den Thron beginnt. Endlich, denn die Fans mussten lange darauf warten. Sie haben ihre Lieblinge gefeiert und um sie geweint. Jetzt wird die alles entscheidende Schlacht zeigen, wer der wahre Sieger ist. Klar, am Montagabend startet die letzte Staffel der US-amerikanischen Serie "Game of Thrones".

Und auch der FC Bayern München ist im Serien-Fieber. Auf seiner Twitter-Seite kündigt der Klub das wichtige Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund mit dem Hashtag "forthethrone" an, den sonst nur die Fans der Serie nutzen. Für die Bayern beginnt der Kampf um den Thron bereits am Samstagabend (18.30 Uhr, live auf Sky).

Es könnte ein vorentscheidendes Fußballspiel werden. Mit einem Sieg würden die Bayern die Tabellenführung von Dortmund zurückerobern und den Kampf um den Thron weiter offen halten. Andererseits könnte Dortmund die Bayern auf fünf Punkte distanzieren und würde bei noch sechs ausstehenden Spielen einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft machen. "Wir müssen noch einige Berge erklimmen, aber sind auf gutem Weg", sagte Dortmunds Angreifer Marco Reus. Ein Satz, der auch vom mutigen Jon Snow stammen könnte, dem guten Krieger aus der Serie, der wie Reus vorangeht.

Reus, Sancho und Alcácer statt Schnatterer, Glatzel und Dovedan

Der Bedeutung des Spiels sind sich die Bayern bewusst. "Wir wissen alle, worum es geht und was wir sowohl offensiv als auch defensiv zu tun haben", sagte Trainer Niko Kovac auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Vor allem defensiv sollten die Bayern wissen, was sie zu tun haben. Schließlich werden am Samstag Marco Reus, Jadon Sancho und Mario Götze auf die Münchner Abwehrmauer um Joshua Kimmich, Niklas Süle und Mats Hummels treffen. Das sind andere Namen als Marc Schnatterer, Robert Glatzel und Nikola Dovedan und schon die Angreifer des 1. FC Heidenheim trafen am Mittwochabend vier Mal gegen die Bayern. Dass letztlich die große Überraschung im DFB-Pokal ausblieb, lag an Stürmer Robert Lewandowski, der nach seiner Einwechslung zur Halbzeit noch zwei Treffer zum 5:4-Sieg der Bayern erzielte.

Flügelschlag. Bayerns Robert Lewandowski (l.) soll die Bayern an die Tabellenspitze schießen. Foto: Orlowski/Reuters Vergrößern
Flügelschlag. Bayerns Robert Lewandowski (l.) soll die Bayern an die Tabellenspitze schießen. © Orlowski/Reuters

Niko Kovac wird seinen Stürmer am Samstagabend sicher nicht schonen. Er braucht gegen Dortmund die Bestbesetzung, vor allem in der Abwehr. "Angreifen ist Kunst, Verteidigen ist Handwerk. Das ist relativ einfach, aber man muss es unbedingt wollen", sagte der Trainer. Da passt es gut, dass Torwart Manuel Neuer nach seiner Wadenverletzung wohl rechtzeitig fit wird. Und auch David Alaba kehrt nach einer Verletzung wahrscheinlich zurück in den Kader.

Vor dem Spiel versuchte Kovac, ein wenig Druck aus dem Titelkampf zu nehmen. "Es wäre kein Beinbruch, wenn wir nicht Meister werden", sagte er der "Sport Bild". Damit versucht der Kroate geschickt, eine mögliche Trainerdiskussion bei den Bayern zu vermeiden. Doch wenn er nach der 2:3-Niederlage im Hinspiel auch das Rückspiel gegen Dortmund verliert, werden Kovacs Kritiker gewiss lauter.

Die Spieler freuen sich auf das Duell. "Das ist das geilste Spiel der Saison, darauf wartet ganz Deutschland. Wahrscheinlich ganz Europa", sagte Leon Goretzka. Nicht nur in Europa werden die Menschen zusehen: In 208 Ländern wird das Spiel übertragen das schafft nicht mal "Game of Thrones". Die Serie wird nur in 186 Ländern ausgestrahlt.

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