Berlins Paul Carroll (l-r), Berlins Robert Kromm und Berlins Aleksandar Okolic jubeln. Die BR Volleys gewannen das Spiel mit 3:0. Foto: dpa
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Volleyball Die Volleys besiegen Lüneburg und stehen im Halbfinale

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Die BR Volleys haben die Pflichtaufgabe erfüllt und stehen nun im Halbfinale. Dort treffen die Berliner auf die United Volleys Rhein-Main.

Eines muss man den Volleys-Fans ja zugestehen: Leidensfähig sind sie. Das betrifft nicht nur das unerwartete Bangen um den Verbleib in den Bundesliga-Playoffs, sondern auch die Pflichterfüllung beim Trommeln und Anfeuern in einer abgedunkelten Halle bei schönstem Sonnenschein. Während sich nebenan im Mauerpark die Flohmarktbesucher und Sonnenjäger tummelten, schwangen die Fans in der Max-Schmeling-Halle ab 16 Uhr die Trommelschläger und die Klatschpappen. Das galt aber auch für den Gegner: Die SVG Lüneburg war mit etwa 50 lautstarken Unterstützern angereist - und das zeigte Wirkung: Zwar schafften die Volleys mit 3:0 (25:23, 25:20, 25:22) das Weiterkommen in den Play-offs. Dafür düpierten die Gäste den Deutschen Meister mehr als einmal: Vor allem im ersten und dritten Satz musste der Deutsche Volleyball-Meister zittern.
Dennoch zeigten die Berliner  beim  dritten Spiel des im Modus “best of three” gespielten Playoffs-Viertelfinals, dass sie nicht umsonst Nummer zwei der Tabelle sind und die Niedersachsen Nummer sieben. Von Anfang an zeigten die Volleys, dass sie im Trainingslager in Kienbaum ihre Spielfreude zurückgewonnen hatten. “Wir haben den Geist von Kienbaum gespürt”, sagte Manager Kaweh Niroomand nach dem Spiel und sprach von Grillabenden am See.

Dass die Lüneburger den Berliner streckenweise sogar überlegen waren, lag nur bedingt an den in dieser Saison üblichen Schwächen in Annahme und Aufbau - die waren am Sonntag kaum zu merken. Vielmehr hatten die Gäste den Elan und das Selbstbewusstsein aus dem 3:1-Sieg eine Woche zuvor mitgenommen und boten den Volleys ordentlich Paroli. Gleich im ersten Satz sorgten sie für Nervenflattern, indem sie einen vermeintlich sicheren Satzball beim Stand von 24:16 vereitelten und sich bis zum Stand von 24:22 heranspielten. Zu viele Aufschläge und Schmetterbälle schlugen die Berliner einfach über die Auslinie und vergaben damit Punkt um Punkt. Im Anschluss übernahm Trainer Stelian Moculescu die Verantwortung für die Unsicherheiten im ersten Satz: Er hätte Wechselfehler gemacht und so das Zusammenspiel destabilisiert.

In den folgenden zwei Sätzen aber kam der neugewonnene Teamgeist dann aber voll zum Tragen. Neben dem soliden Block um Adam White setzte Paul Carroll einige unerreichbare Schmetterbälle in Zentrum und Ecken des Lüneburger Felds. Aleksandar Okolic schob frech einen gerade noch knapp geretteten Ball übers Netz und jubelte anschließend mit Trainer Moculescu.

Für den war die Partie sogar noch nervenaufreibender als für die Fans, stand er doch unter dem Druck, zu beweisen, dass er die Volleys in den vergangenen zwei Monaten zu einem Team geformt hatte. Im dritten Satz musste er hilflos zuschauen, wie Robert Kromm & Co. den Gegner bis zum 7:11 davonziehen ließen. Am Ende aber zeigte er sich zufrieden und optimistisch für das erste Halbfinalspiel gegen die Rhein-Main-Volleys am 14. April um 18:30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle: “Frankfurt hat ähnlich gespielt wie wir: mal gut, mal schlecht”, sagte er nach dem Spiel. “Wir werden das Spiel also Satz für Satz angehen und können auch noch gewinnen wenn es nach zwei Sätzen 1:1 steht.”

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