Friedrichshafens Athanasios Protopsaltis (v) überwindet die Berliner Pierre Pujol und Georg Klein. Foto: dpa
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Volleyball-Bundesliga Berlin Volleys verlieren das Spitzenspiel gegen Friedrichshafen

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Wieder nichts! Wie schon im Supercup unterliegt der Deutsche Meister aus Berlin dem VfB mit 1:3 auch in der Liga.

Geschichte schreibt meist nur der Gewinner. Diese Logik traf die Berlin Volleys auch am Mittwochabend einmal mehr hart. Beim 1:3 (23:25, 25:22, 17:25, 29:31) gegen Tabellenführer Friedrichshafen spielte der Deutsche Meister im Spitzenspiel der Volleyball-Bundesliga zwar weitgehend ausgeglichen, stand am Ende aber abgeschlagen und ungläubig am Spielfeldrand.

Zu Beginn bissen sich Berlins Volleyballer die Zähne aus am Erzfeind vom Bodensee: Immer wieder prallten ihre Schmetterbälle an der unverrückbaren Mauer des Friedrichshafener Blocks ab. Kamen die Angriffe der Volleys anfangs überhaupt nicht durch, zeigte die Mannschaft ab Mitte des ersten Satzes ihre Stärken: Paul Carroll holte mit stark durchgezogenen Angriffen wertvolle Punkte. Der heimliche Star aber war, wie schon beim Spiel gegen Toulouse am vergangenen Mittwoch, der Mittelblocker Graham Vigrass. Ein Höhepunkt des Spiels war das 12:8 im dritten Satz, als er einen spekatuklär und durch Ganzkörpereinsatz der Friedrichshafener geretteten Angriff so locker blockte, dass sich danach sogar ein Hauch der Zufriedenheit auf seinem Pokerface breitmachte.

Nervenstärke war den Volleys nicht abzusprechen

Überhaupt war es der Abend der Mittelblocker: Auch der ehemalige Friedrichshafener Georg Klein schmetterte den Ball mehrfach von oben hinters Netz in die Hälfte der Gäste, dass es eine Freude war. Zunehmend unsouverän dagegen Robert Kromm: Nicht nur kamen seine Schmetterbälle oft nicht durch, sie waren zum Teil auch unpräzise und landeten im Aus. Die Gegner nutzten seine Unkonzentriertheit und schickten einen Angriff über den Block und vor seine Füße, als er eigentlich als Longline Rückendeckung bieten sollte. Sein Befreiungsschlag kam im zweiten Satz, als er seinen gewohnt harten Angriff durchzog und aus der Ecke heraus den Ball vor die Füße der Friedrichshafener schmetterte.

Spätestens ab dem zweiten Satz drehten die Volleys den Spieß um: Nun ließen sie die Friedrichshafener gegen eine Mauer rennen, blockten souverän die scharfen Angriffe der Gäste, kamen mit ihren Angriffen besser durch. Nur war die Achterbahnfahrt hier noch nicht ganz vorbei, die Form der Gastgeber schien mit jedem Satz zu wechseln. Im dritten Satz standen sie den Friedrichshafener wieder zweifelnd und unsicher gegenüber, versagten oft bei den Annahmen. Exemplarisch für die schwankende Verfassung der Volles war das Spiel von Steven Marshall: Mal brillierte er mit genialen Schmetterbällen, mal donnerte er den mühsam durch heldenhafte Annahmen geretteten Ball ins Aus oder nahm einen Ball von der Auslinie aus an, der eindeutig nicht im Feld gewesen wäre. Dann wieder holte er das 26:26 im vierten Satz bei 2:1-Stand, als die gesamte Max-Schmeling-Halle entweder auf der Vorderkante ihrer Sitze saß oder ohnehin schon stand.

Wer hier dominierte und wer unterlegen war, dass ließ sich auch nach vier erbittert hart gespielten Sätzen nicht ganz sagen. Nur soviel: Sowohl im Aufholen als auch darin, Führung aufzubauen und dann wieder abzugeben, waren die Volleys ganz hervorragend an diesem Abend. Nervenstärke und Durchhaltevermögen aber, wie etwa bei der ewigen Aufholjagd am Ende des vierten Satzes , die konnte man ihnen nicht absprechen.

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„Wir haben 90 Prozent des Spiels auf Augenhöhe gespielt“, lautete dementsprechend auch das Fazit von Berlins Manager Kaweh Niroomand.

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