Ist bereit. Berlins Jacob Holm wird für Simon Ernst vorübergehend ersetzen. Foto: Andreas Gora/dpa
© Andreas Gora/dpa

Vakante Position im Rückraum Füchse Berlin wollen in Balingen überleben

Jacob Holm wird in Balingen voraussichtlich den verletzten Simon Ernst ersetzen. Füchse-Trainer Velimir Petkovic hält große Stücke auf den Aufsteiger.

In der Vorbereitung auf das Bundesliga-Spiel am Sonntag ist das Improvisationstalent von Velimir Petkovic gefragt. Der Trainer der Füchse Berlin muss im letzten Spiel vor der Länderspielpause beim Aufsteiger Balingen-Weilsdetten (16 Uhr/live auf Sky) auf einen wichtigen Spieler verzichten. Der Kreuzbandriss von Simon Ernst beschränkt die Möglichkeiten der Füchse.

Doch kurzfristig auf schwerwiegende Ausfälle zu reagieren, das kennt Petkovic schon aus der vergangenen Saison. Zwar ließ er sich vor dem Auswärtsspiel in Balingen nicht entlocken, wie genau er auf Ernsts Ausfall reagieren will – aber allein ein Blick auf die letzten Minuten am vergangenen Sonntag, als sich Ernst so schwer verletzte, geben einen Hinweis darauf.

Es ist davon auszugehen, dass Jacob Holm für Simon Ernst in die Startformation rücken wird und auch Fabian Wiede und Paul Drux – eigentlich auf den Halbpositionen zu Hause – verstärkt Einsatzzeit auf der Mittelposition erhalten. Gerade von Drux ist bekannt, dass er sich für diese Position nur schwer begeistern kann. Nur hat Petkovic keine andere Wahl.

Holm hingegen ist die durch den Kreuzbandriss von Ernst vakante Position gewohnt. „Bevor ich zu den Füchsen kam, hab ich weniger Rückraum links gespielt“, sagt der junge Däne, der genau diese Position vorrangig besetzt. Holm, der von der Verletzung während des Spiels gegen den Bergischen HC wie so viele nichts mitbekam, trauert vor allem dem Rhythmus nach, der ohne Ernst verloren geht. Wiede, Drux, Ernst und er hatten eben diesen gefunden und konnten zuletzt „30, 40 Minuten voll spielen“, sagt Holm. Nun werden sich die drei Rückraumspieler auf einen neuen Kompagnon einstellen müssen.

Ganz abgesehen von den eigenen personellen Planspielen, warnt Füchse-Trainer Petkovic vor dem Gegner – den die Berliner bei aller Beschäftigung mit sich selbst nicht unterschätzen dürfen. Wenn seine Mannschaft „auch nur eine Sekunde denkt, dass es leichter wird als gegen die starken Gegner, bekommen wir eine Klatsche“, sagt er, der gute Gründe für seine Annahme hat. Genau genommen: zwei. Balingen hat sich vor der Saison mit Vladan Lipovina und Filip Taleski von den Rhein-Neckar Löwen verstärkt, zwei schlagkräftigen Rückraumspielern, die sich in den ersten Wochen der Saison als sehr treffsicher erwiesen haben.

Lipovina und Taleski seien Spieler, „die jeder haben will“, erklärt Petkovic. „Ich würde die beiden auch gleich morgen haben wollen.“ Allein diese Worte verdeutlichen, wie sehr Petkovic Verstärkung für den Rückraum herbeisehnt. „Es wird natürlich schwierig, dort hinzufahren ohne Simon Ernst und ohne einen Ersatz für ihn. Wir müssen das überleben“, sagt Petkovic. „Und überleben bedeutet für mich: zwei Punkte holen.“

Zur Startseite