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Neuzugang Kevin Behrens im Trainingslager des 1.FC Union in Bad Saarow. Foto: IMAGO / Matthias Koch
© IMAGO / Matthias Koch

Unions neuer Stürmer ist ein Spätstarter Kevin Behrens will mit 30 in die Bundesliga

Kevin Behrens wechselte im Sommer aus Sandhausen zum 1.FC Union und schlug auch ein Angebot aus seiner Heimat aus, um endlich in der Bundesliga zu spielen.

Einen größeren Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Zuhause gibt es im deutschen Profifußball eigentlich nicht. Vor einigen Wochen wohnte Kevin Behrens noch in Sandhausen, als einer von den knapp 15 000 Einwohnern der Kleinstadt in Baden-Württemberg. Am Donnerstag wurde er als elfter Sommer-Zugang des 1. FC Union angekündigt. Behrens wechselt vom kleinsten Fußballort Deutschlands in die Hauptstadt.

„Von der Stadt her ist es eine Umstellung, es ist alles ein bisschen größer“, sagte Behrens, als er am Samstag im vergleichsweise sehr ruhigen Bad Saarow zum ersten Mal vor der Berliner Presse saß. Auch im fußballerischen Sinne sei der Bundesligist aus Köpenick „eine Liga höher“ als Sandhausen. „Ich bin gespannt, wie es sein wird, und wie ich damit umgehen kann.“

Ein Kindheitstaum wird wahr

In der Bundesliga hat Behrens bisher noch nicht gespielt. Insgesamt 100 Einsätze in der Zweiten Liga und im DFB-Pokal hat der 30-Jährige in seiner Karriere absolviert, in Berlin wird er endlich in der höchsten Spielklasse auflaufen. „Ich bin froh, dass ich es mit 30 geschafft habe. Es war immer mein Traum als kleiner Junge, irgendwann in der Bundesliga zu spielen“, sagte er.

Bei Union kann er diesen Traum nun leben, und auch deshalb hatte der 30-Jährige Köpenick anderen möglichen Optionen vorgezogen. In diesem Sommer war der gebürtige Bremer heiß begehrt, unter anderem soll es Interesse von seinem Heimatverein SV Werder gegeben habe. Doch obwohl „80 bis 90 Prozent“ seiner Familie immer noch in der Hansestadt leben, hat er sich gegen den frischgebackenen Zweitligisten entschieden. „Diese Situation hatte ich noch nie, dass ich den Verein aussuchen konnte“, sagte Behrens am Samstag. „Mein Berater und ich haben das alles sehr geduldig abgewogen.“ Am Ende sei es „ein Glück, dass ich in der ersten Liga gelandet bin“.

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Dort spielt er im Stadion an der Alten Försterei, wo er 2018 schon einmal mit Sandhausen gespielt hat, und sich an eine „coole, geile Stimmung“ erinnert. Damals war Union allerdings auch noch Zweitligist, heute muss sich Behrens auf das höhere Niveau einstellen. Schon im Training habe er gemerkt, dass es „ein bisschen intensiver“ zugeht. Im ohnehin gut besetzten Union-Angriff steht ihm ja auch ein Konkurrenzkampf bevor – auch wenn die Olympia-Teilnehmer Max Kruse und Cedric Teuchert zum Saisonstart fehlen könnten.

Köpenick als gutes Pflaster für Spieler aus der zweiten Liga

Die Herausforderung Bundesliga traue er sich aber „auf alle Fälle zu“, sagte Behrens. Seine Zweitliga-Form spricht allerdings für sich. 27 Tore hat er in den letzten zwei Spielzeiten geschossen, schon im letzten Sommer wollte Union ihn angeblich verpflichten. Er wäre nicht der erste, der den Sprung bei Union geschafft hat. Auch andere wie Sebastian Griesbeck und Robert Andrich sind in den letzten Jahren von einem relativ kleinen Zweitligisten zu Union in die Bundesliga gewechselt – und haben sich trotz fehlender Erstliga-Erfahrung durchgesetzt. Behrens, aber auch andere Zugänge wie Paul Jaeckel, sollen ihnen das jetzt nachmachen.

Schließlich ist ja auch nicht alles anders bei Union. Der Klub sieht sich trotz des Erfolgs der letzten Jahre immer noch selbst als Neuling auf dem höchsten Niveau. „In Sandhausen kamen die Mannschaften nicht gerne zu uns. Wir waren immer sehr eklig und unangenehm, haben viele Zweikämpfe gesucht. Ich bin das schon ein bisschen gewohnt.“ Bei Union gebe es eine ähnliche Einstellung. Nur eben eine Liga höher.

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