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Deutschlands Kapitän Manuel Neuer trug in beiden EM-Spielen die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben. Foto: IMAGO / ULMER Pressebildagentur
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Update Uefa soll über Arena in Regenbogenfarben entscheiden Neuer auch beim Spiel gegen Ungarn mit Armbinde

Kapitän Manuel Neuer wird auch am Mittwoch mit der Regenbogenarmbinde auflaufen. Ob die Arena in den Farben erleuchtet, entscheidet die Uefa.

Manuel Neuer wird die Fußball-Nationalmannschaft auch gegen Ungarn mit der symbolträchtigen Regenbogen-Binde am Arm als Kapitän auf den Platz führen. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund vor dem letzten EM-Gruppenspiel am Mittwoch in München.

Ob die Arena in den Regenbogen-Farben illuminiert wird, muss nun die UEFA entscheiden. Einen entsprechenden Antrag stellte am Montag Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter beim Kontinentalverband.

Die UEFA hatte am Sonntag das Tragen der Spielführer-Binde genehmigt. Eigentlich müssen die Kapitäne beim Turnier eine vom Verband gestellte Binde mit dem Kampagnen-Schriftzug „Respect“ tragen. Die Regenbogenfahne steht für Toleranz diverser sexueller Orientierungen.

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Oberbürgermeister Reiter begründete den fraktionsübergreifenden Antrag für ein Regenbogen-Stadion in einem Schreiben an UEFA-Chef Aleksander Ceferin explizit mit Einschränkungen der Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender (LGBTIQ) im Gegnerland Ungarn.

„Ich bitte Sie deshalb, gemeinsam mit dem DFB an diesem Tag und während des Spiels eine Beleuchtung der Arena in Regenbogenfarben zu ermöglichen und so ein weithin sichtbares Signal für unser gemeinsames Werteverständnis zu senden“, hieß es in dem Schreiben.

Nationalspieler Leon Goretzka bezeichnete den Vorstoß zur Stadionbeleuchtung als „tolle Idee“. Auch der DFB begrüßte die Aktion, unterbreitete allerdings auch der Vorschlag, die Arena an einem anderen Aktionstag für die Rechte von Schwulen und Lesben Anfang Juli entsprechend zu illuminieren. Für das Turnier gelten für alle elf Spielorte die gleichen Regeln der Stadiongestaltung.

Goretzka begründete am Montag zudem nochmals die Motivation der Nationalspieler für ihre Aktion mit der bunten Armbinde. „Ich glaube, insgesamt als Fußball-Welt kann man aktuell sehr gut erkennen, dass wir Rassismus und Homophobie mit Vielfalt entgegentreten wollen“, sagte der Profi des FC Bayern München. „Es ist ein schönes Zeichen, dass da mit vielfältigen Ideen aufmerksam gemacht wird“, sagte der 26-Jährige.

Es sei zwar durchaus wichtig, dass es bei der UEFA und dem DFB Regeln und Richtlinien gäbe, betonte der Mittelfeldspieler. Der Sport dürfe sich nicht von politischen Interessen instrumentalisieren lassen. Dennoch „wäre es völlig absurd, wenn wir uns dafür entschuldigen müssten, weil es klar ist, wofür es steht. Wir werden genauso weiterhandeln“, sagte Goretzka.

Die Bundesregierung sieht bei der Debatte um die Regenbogen-Binde die Sportverbände und die Verantwortlichen vor Ort zuständig. Die Regenbogen-Fahne stehe „dafür, wie wir leben wollen - mit Respekt füreinander“ - ohne die Diskriminierung, der Homosexuelle und andere Minderheiten lange Zeit ausgesetzt gewesen seien, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Dazu können sich sicherlich die Allermeisten bekennen“, fügte er hinzu. (dpa)

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