Auf gute Zusammenarbeit. Novak Djokovic und Roger Federer sind noch längst nicht fertig. Foto: Filippo Monteforte/AFP
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Überraschungen bei den US Open Warum das Aus von Djokovic und Federer nichts zu bedeuten hat

Es ist falsch, über ein Karriereende von Novak Djokovic und Roger Federer zu diskutieren. Weil sie noch immer die Konstantesten sind. Ein Kommentar.

Der Impuls liegt nahe, von einer Wachablösung zu sprechen, wenn ein 38-jähriger Tennisspieler im Viertelfinale der US Open gegen einen neun Jahre jüngeren Konkurrenten ausscheidet, weil der Körper nicht mitspielen will. Noch dazu, wenn in der Runde zuvor ein großer langjähriger Widersacher sogar verletzungsbedingt aufgeben musste. Doch es ist ein Impuls, der Roger Federer und dem 32 Jahre alten Novak Djokovic nicht gerecht wird. Weil sie sich diese Diskussion Jahr für Jahr antun müssen – und trotzdem mit Rafael Nadal, 33, gemeinsam die Plätze eins bis drei der Weltrangliste unter sich ausmachen. Und weil sie schlicht und einfach konstanter sind als die jüngeren Kollegen.

Dass zwei der drei Topspieler nun beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in New York unerwartet früh ausgeschieden sind, ist kein Fingerzeig. Wie soll der auch aussehen? Wenn man bedenkt, dass der letzte Sieger eines der vier größten Turniere auf der Tennistour, der nicht Djokovic, Nadal oder Federer hieß, Ende 2016 Stan Wawrinka war. In diesem Jahr schaffte es nur im Finale der French Open ein anderer der drei Spieler in ein Grand-Slam-Endspiel. Das verlor der Österreicher Dominic Thiem klar gegen Rafael Nadal. Im Finale der Australian Open gewann Novak Djokovic gegen Nadal, im Wimbledon-Finale schlug der Serbe Roger Federer.

Und auch bei den US Open war es nicht so, dass Djokovic und Federer bis zu ihrem frühen Aus aufgrund von Schulter- respektive Nackenproblemen große sportliche Probleme hatten. Der Weltranglistenerste Djokovic gab keinen Satz ab, Federer deklassierte nach Anlaufschwierigkeiten und verlorenen Sätzen in den ersten beiden Runden zwei deutlich stärkere Gegner bis hin zum Viertelfinale. Dort führte er gegen Grigor Dimitrow bereits mit 2:1-Sätzen, ehe die Schmerzen stärker wurden.

Deshalb werden sich die beiden nicht den Kopf darüber zerbrechen, wann ein baldiges Karriereende sinnvoll wäre. Wie auch in den vergangenen ein, zwei Jahren nicht. Novak Djokovic und Roger Federer werden sich auskurieren und auf die nächste Diskussion warten – um beim nächsten Grand-Slam-Turnier im Januar in Melbourne wieder voll da zu sein.

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