Im Training kämpfen Lennard Maloney, Florian Hübner und Ken Reichel um den Ball. Foto: Matthias Koch
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Trainingslager in der Winterpause Union übt in Spanien für den Aufstieg

Mit 30 Spielern fährt der 1. FC Union ins Trainingslager, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Kapitän Trimmel vertraut auf den breiten Kader.

Christopher Trimmel ist das, was man gemeinhin formidabel nennt. Kein ganz großer Künstler, aber ein äußerst zuverlässiger Spieler, der quasi immer sein Leistungsvermögen abrufen kann. Der rechte Verteidiger, der schon seit 2014 beim 1. FC Union unter Vertrag steht, hat in der laufenden Saison nur ein Ligaspiel verpasst. Auch weil er so zuverlässig geackert hat, dürfen sie an der Alten Försterei vom Aufstieg träumen.

Vor dem anstehenden Trainingslager des 1. FC Union in Jerez de la Frontera, das für Trimmel und seine 29 Kollegen – neben den 28 Profis fahren die Nachwuchsspieler Maurice Opfermann Arcones und Leo Oppermann mit nach Spanien – am Samstag beginnt, sieht die Sache nämlich so aus: Der Berliner Zweitligist steht auf Platz vier der Tabelle, drei Punkte fehlen zum Dritten FC St. Pauli, fünf auf den Zweiten aus Köln und sechs auf Tabellenführer Hamburger SV. So besehen ist für die Berliner sogar noch die Meisterschaft möglich – auch wenn in Köpenick stets die vermeintliche Überlegenheit der favorisierten Kölner und Hamburger angeführt wird.

Schwieriger Rückrundenauftakt

Vielleicht, weil Trainer Urs Fischer weiß, dass die Sache schon bald auch ganz anders aussehen kann. Der Spielplan hat den Berlinern zum Auftakt nämlich ein Heimspiel gegen Köln am 31. Januar und ein Auswärtsspiel gegen St. Pauli am 4. Februar beschert. Wenn es ganz blöd läuft und Union gegen Köln verliert, könnten am 31. Januar die Plätze eins und zwei in ganz weite Ferne rücken, und am 4. Februar – bei einer Niederlage gegen St. Pauli – Rang drei. Dann wäre die traumhafte Hinserie mit 31 Punkten, die der Klub ohne Niederlage überstand, nur noch eine schöne Erinnerung.

Für das Köln-Szenario hat zumindest Trimmel, der Kapitän, einen formidablen Satz auf Lager: „Auch wenn wir gegen Köln verlieren sollten, werden wir nicht in der Kabine sitzen und aufgeben.“ Denn: „Es sind noch genügend Spiele und auch Köln hat nicht jeden Gegner zerstört. Wir werden immer an unsere Chance glauben, bis zum letzten Spieltag.“

Will immer an die Chance glauben: Unions Kapitän Christopher Trimmel, hier im Duell mit Emmanuel Iyoha (Erzgebirge Aue). Foto: Matthias Koch Vergrößern
Will immer an die Chance glauben: Unions Kapitän Christopher Trimmel, hier im Duell mit Emmanuel Iyoha (Erzgebirge Aue). © Matthias Koch

Das sind hehre Worte, doch vermutlich weiß auch Trimmel, dass sehr vieles von einem guten Start abhängt. Wenn die Option Aufstieg eine realistische bleibt, kann der breite, ausgeglichene Kader ein großer Vorteil sein. „Ich bin sehr zufrieden mit unserem Kader, wir wissen, dass wir eine starke Bank haben, können immer reagieren.“

Was wird aus Kroos und Redondo?

Falls die Perspektiven aber verschwimmen, droht Unruhe. Der wechselwillige Simon Hedlund war der erste, der kurz vor Weihnachten seinen Unmut kund tat, weil er sich vom Trainer in der Vorrunde zu wenig berücksichtigt sah. Weitere könnten folgen, zumal mit dem einen oder anderen auch noch Vertragsgespräche zu führen sind.

Was passiert zum Beispiel mit Felix Kroos, dem Vizekapitän, der an sich gewiss andere Ansprüche stellt als dauerhaft zwischen Tribüne, Bank und Startelf hin und her zu pendeln? Oder mit Kenny Prince Redondo, an dem Greuther Fürth Interesse bekundet haben soll?

Im Sommer laufen beide Verträge aus, bislang setzte Fischer nicht wirklich auf die Kreativspieler. Redondo, der am 11. November beim 4:0-Heimsieg gegen Fürth zuletzt eingesetzt wurde, stand lediglich in sieben Ligaspielen auf dem Feld, aber nie über 90 Minuten. Kroos schaffte es auf zwölf Einsätze, allerdings nur einen über 90 Minuten (beim 0:0 gegen Dresden). Fällt der Start gegen den 1. FC Köln und St. Pauli nicht wie gewünscht aus, könnten solche und weitere Personalfragen noch eine unangenehme Rolle spielen.

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