Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Maodo Lo (rechts) riss das Spiel in der entscheidenden Phase an sich. Foto: imago images/camera4+
© imago images/camera4+

Tolle Stimmung mit mehr als 6000 Zuschauern Alba Berlin siegt überraschend gegen Fenerbahce Istanbul

Mit einer herausragenden zweiten Hälfte gelingt Alba Berlin der erste Sieg in dieser Euroleague-Saison. Fenerbahce half die laute Unterstützung nicht.

An Heimspieltagen von Alba Berlin sind blau und gelb die dominierenden Farben vor der Arena am Ostbahnhof. Das war auch am Dienstag so, doch ein normales Heimspiel war das Duell mit Fenerbahce Istanbul in der Euroleague nicht. Schon lange vor dem ersten Sprungball waren vor der Halle türkische Fangesänge zu hören, Böller explodierten, die Polizei zeigte Präsenz und es bildeten sich lange Schlangen. Auch wenn sie mehrheitlich Fußballfans waren, hatten die Anhänger des türkischen Mehrspartenvereins auch in der Arena ein akustisches Übergewicht – und waren unter den 6176 Zuschauern vielleicht sogar in der Überzahl.

Das half ihrem Team allerdings nur phasenweise. Denn nach einer extrem starken zweiten Hälfte sicherte sich Alba im dritten Spiel den ersten Sieg in dieser Euroleague-Saison. Die Berliner besiegten die favorisierten Türken mit 84:70 (18:19, 9:16, 30:18, 27:17). „Es tut gut, endlich ein Spiel zu gewinnen“, sagte Albas Kapitän Luke Sikma und freute sich über die Atmosphäre. „Unsere Fans sind immer toll. Es ist auch schön, so viele Fans von Fenerbahce zu sehen. Wir freuen uns, überhaupt wieder vor Zuschauern zu spielen.“ Das nächste Heimspiel steht bereits am Donnerstag (20 Uhr) gegen Baskonia Vitoria-Gasteiz auf dem Programm.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräteherunterladen können]

Alba musste wie schon bei der Niederlage in Ludwigsburg am Sonntag auf die Center Ben Lammers, Christ Koumadje, Johannes Thiemann sowie auf Dreierspezialist Marcus Eriksson verzichten. Maodo Lo erholte sich rechtzeitig von seiner kleinen Blessur und konnte mitwirken. Bei Fenerbahce stand mit Ismet Akpinar ein ehemaliger Alba-Profi im Kader, auch Devin Booker ist den Berlinern aus seiner Zeit bei Bayern München gut bekannt.

Der Center aus den USA war es auch, der für die frühen Highlights sorgte. Während Albas Würfe anfangs zuverlässig am Ring und von dort in den Armen von Istanbuls Jan Vesely landeten, stopfte Booker gleich zwei Fehlwürfe seiner Kollegen mit Nachdruck in den Korb. Alba brauchte einige Minuten, um ins Spiel zu finden. Offensiv waren es dann Neuzugang Oscar da Silva und Yovel Zoosman, die für die Gastgeber punkteten. Doch abgesehen von vereinzelten Lichtblicken fehlte den Berlinern wie so oft in dieser Anfangsphase der Saison der Rhythmus. Häufig war Alba zu schlechten Würfen gezwungen, doch immerhin leistete sich die Mannschaft von Trainer Israel Gonzalez nicht so viele Ballverluste wie in den Spielen zuvor.

Die Fans von Fenerbahce Istanbul machten ordentlich Lärm in der Arena am Ostbahnhof. Foto: imago images/Contrast Vergrößern
Die Fans von Fenerbahce Istanbul machten ordentlich Lärm in der Arena am Ostbahnhof. © imago images/Contrast

Nachdem es im zweiten Viertel, das Alba mit nur neun Punkten beendete, schon sehr nach der dritten Berliner Niederlage im dritten Euroleague-Spiel aussah, nahm das Geschehen zu Beginn der zweiten Hälfte eine erstaunliche Wendung. Alba kam sehr fokussiert aus der Kabine und übernahm mit einem 11:0-Lauf die Führung. Nun waren auch die Heimfans deutlich lauter zu vernehmen.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen:leute.tagesspiegel.de]

Insgesamt wurde die Atmosphäre hitziger und auch auf dem Feld wurde es durch einige strittige Pfiffe der Schiedsrichter noch intensiver. Luke Sikma sorgte mit einem Alley-oop-Dunk nach einem Einwurf von Jaleen Smith für den Schlusspunkt des dritten Viertels, das Alba mit 30:18 klar für sich entschied.

So gingen die Berliner mit einer Vier-Punkte-Führung in die letzten zehn Minuten. Dort knüpften sie an ihre starke Leistung an, während die Gäste zunehmend nervös wurden. Maodo Lo (21 Punkte) riss das Spiel immer mehr an sich und nach einem schönen Spielzug über Smith und Sikma vollendete Topscorer da Silva (22) mit viel Kontakt. Die Berliner führten erstmals zweistellig, der Lautstärkepegel im Gästeblock ging deutlich herunter und am Ende jubelten nur noch die Spieler in den blau-gelben Alba-Trikots.

Zur Startseite