Das letzte Bundesliga-Spiel. Wie hier in Mönchengladbach wird es demnächst ständig aussehen. Foto: Roland Weihrauch/dpa
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Tests, Hotelunterbringung, Hygiene Wie die Geisterspiele in der Bundesliga ablaufen sollen

Damit schon im Mai wieder Profifußball gespielt werden kann, bereitet eine Task Force der DFL einen Plan vor. Die ersten Details haben es in sich.

Seit Wochen beschäftigt sich eine Task Force der Deutschen Fußball-Liga (DFL) damit, wie die Saison in den höchsten Spielklassen trotz der Coronavirus-Krise zu Ende gebracht werden kann. Am Donnerstag wird die Task Force unter der Leitung von Tim Meyer, Chefmediziner des Deutschen Fußballbundes (DFB), bei der Mitgliederversammlung der DFL ein Konzept vorstellen.

Allerdings sind bereits einige Details aus dem Papier, das den Titel „Medizinisches Konzepts für Training und Spielbetrieb im professionellen Fußball in den Monaten April bis Juli 2020“ trägt, durchgesickert. Dem „Spiegel“ liegen die ersten Ergebnisse vor. Wie der Tagesspiegel aus DFL-Kreisen erfuhr, soll es sich dabei um eine Fassung vom 15. April handeln, demnach also nicht die aktuellste.

In dem Papier ist festgehalten, dass bei möglichen Geisterspielen der Fußball-Bundesliga maximal rund 300 Personen anwesend sein sollen. Das Stadiongelände soll demnach in drei Zonen eingeteilt werden, in jeder dürfen sich maximal rund 100 Personen zeitgleich aufhalten.

Während der Partien rechnen die Experten mit 98 Beteiligten im Innenraum, darunter die 22 Spieler auf dem Rasen, 18 Ersatzspieler und fünf Schiedsrichter. Die beiden anderen Zonen sind der Tribünenbereich und das Stadionaußengelände.

Die DFL wollte die Veröffentlichung des Papiers noch nicht kommentieren und verwies darauf, dass die Task Force am Donnerstag „ein detailliertes verbindliches Konzept mit strengen Hygiene-Vorgaben, erforderlichen Testungen und permanentem Monitoring“ vorstellen werde.

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Tatsächlich gehen die Experten tief ins Detail und geben etliche Empfehlungen für die Hygienemaßnahmen sowohl für die Mannschaften als auch beispielsweise für die Teams der TV-Sender.

Regeln auch für Hotelunterbringung

Auch detaillierte Anweisungen für eine Hotelunterbringung und Vorgaben für die „häusliche private Hygiene“ werden gemacht, darunter viel Grundlegendes in Zeiten der Coronavirus-Pandemie: „Immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen oder desinfizieren.“

Weiterhin werden Empfehlungen für „das Vorgehen im Fall einer positiv getesteten Person“ gegeben. Diese sollte sofort isoliert werden, die dokumentierten Kontaktpersonen sollten getestet werden. Zudem: „Beruhigung und Aufklärung des Teams über den Sachverhalt (keine Panik, strategische Ausrichtung des Teams, Kontrolle der Hygienemaßnahmen, etc.)“

Alle zusammen. Auch Filmteams müssen sich an Hygiene-Vorschriften halten. Foto: Roland Weihrauch/dpa Vergrößern
Alle zusammen. Auch Filmteams müssen sich an Hygiene-Vorschriften halten. © Roland Weihrauch/dpa

Die Vereine sollen positive Fälle nicht automatisch der Presse melden, „da Krankheitsverifizierung sowie die klare Dokumentation der vermutlichen Übertragungswege im Vordergrund stehen“. Die Clubs sollen zudem „frühzeitig für einen ausreichend großen Kader im Saisonfinale sorgen“.

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Es könne nicht das Ziel sein, „hundertprozentige Sicherheit für alle Beteiligten zu garantieren“, heißt es in dem Papier. Es gehe darum, ein angesichts der Bedeutung des Fußballs sowie der Pandemieentwicklung medizinisch vertretbares Risiko zu gewährleisten. „Alle Maßnahmen stehen unter der strikten Prämisse, dass keine Konkurrenz mit der Allgemeinbevölkerung um Ressourcen der Covid-19-Bekämpfung entsteht“, heißt es weiter.

Die Wettbewerbe, für die dieses Konzept gelten soll, sind die Bundesliga und Zweite Liga (noch neun Spieltage), die Dritte Liga (noch elf Spieltage), die Bundesliga der Frauen (noch sechs Spieltage) sowie der DFB-Pokal, bei dem bei den Männern noch Halbfinale und Finale ausstehen und bei den Frauen zusätzlich noch das Viertelfinale. (mit dpa)

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