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Im Zweifel für den Stern. Auch bei uns im Sportteil. Foto: imago/Steinach
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Pro Gendern in der Sportberichterstattung und überall Gerechtigkeit schlägt Geschmackssache

Wir im Sportteil sind der Meinung, dass Gerechtigkeit in jedem Fall ästhetische Einwände schlägt. Und deshalb gendern wir größtenteils. Ein Kommentar.

Sprache ist eine Konstante für viele von uns. Etwas, woran wir uns festhalten. Änderungen bedeuten für manche von uns eine Verunsicherung, auch wenn sie nicht schlecht sein müssen, sondern gut und gerecht sein können. Im Zuge der Gleichberechtigung zum Beispiel ist es fair, auf den Terminus „Familienvater“ zu verzichten, es gibt ja schließlich auch keine „Familienmutter.“

Mit dem „Mädchennamen“ verhält es sich ähnlich, auch das stammt aus Zeiten, in denen sich die Frauen gefälligst nach ihrem Ehemann zu benennen hatten. Das kann also weg. In der einstigen Männerdomäne Sport haben wir so was wie einen Familienvater nicht. Da ist es logisch, dass wir beim Frauenfußball über Spielerinnen schreiben. Beim Männerfußball sollten wir aber nicht über Spieler*innen schreiben, sondern über Spieler.

Wir gendern aber, wenn es Sinn macht. Das gefällt nicht allen Leser*innen. Es gibt schließlich Argumente für die Ästhetik der Sprache, es gibt aber auch Gegenargumente für Gerechtigkeit in der Sprache. Wir im Sportteil sind der Meinung, dass Gerechtigkeit Ästhetik schlägt. Wobei genau betrachtet das mit der Ästhetik auch nur Geschmacksache ist.

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Logisch, es gebe auch noch andere Möglichkeiten. Nach Jahrhunderten maskulin dominierter Sprache, könnten wir jetzt die Sache ja mal umdrehen und sagen: Die nächsten 75 Jahre schreiben wir im Sportteil nur nur noch von Sportlerinnen. Wäre doch gerecht, nachdem wir es 75 Jahre lang anders herum gemacht haben im Tagesspiegel.

Danach könnten wir es ja wieder umdrehen für die nächsten 75 Jahre, was wahrscheinlich aber nicht mehr nötig sein wird. Denn für die jungen Praktikant*innen, die uns immer wieder im Team verstärken, ist das Gendern selbstverständlich. Die Jugend muss nicht immer recht haben, recht bekommen tut sie ohnehin selten – aber in diesem Fall liegt sie richtig.

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