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Das läuft: Jennifer Stiefel (links) und Kapitänin Belen Vosseberg sind nach dem Pokalsieg nun auch in den Play-offs um die Meisterschaft am kommenden Wochenende Favorit. Foto: Imago
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Pokalfinals im Wasserball Feiern bis zum Frühstück

Spandaus Wasserballerinnen bejubeln den ersten Titel, die Männer haben dagegen weniger Freude.

Später am Abend postete Karsten Seehafer ein Video auf seiner Facebookseite. Es zeigte Männer mit freiem Oberkörper, einer balancierte ein Tablett mit Bierbechern, einer anderer hielt eine silberne Vase in den Händen und noch einer grölte schwer zu Verstehendes Richtung Kamera, was wohl der Kombination von völliger Verausgabung und schnellem Konsum der auf dem Tablett gereichten Getränke geschuldet war. Macht nichts, der Sieger hat immer Recht, und zum Schluss sangen sie alle zusammen: „Viva Waspo!“

Es war doch noch ein schöner Abend geworden für den Wasserballtrainer Karsten Seehafer und seine Mannschaft. Bis kurz vor Schluss noch hatte vieles dafür gesprochen, dass der ewige Rivale und Lieblingsfeind Spandau 04 den deutschen Pokal gewinnen würde. Bis dann 38,6 Sekunden vor der finalen Sirene dieses dramatischen Endspiels der Mazedonier Darko Brguljan machte, was er am besonders gut kann, nämlich aus der Distanz werfen. Sein eher verzweifelter denn gezielter Versuch landete im oberen rechten Dreieck des Berliner Tores zum 6:6 (2:2, 3:3, 0:1, 1:0).

Das anschließende Fünfmeterwerfen entschieden die Hannoveraner mit 4:3 für sich. Auf der linken Seite des Düsseldorfer Rheinbades bekam Hannovers Nationaltorhüter Moritz Schenkel die Fingerspitzen an den Ball des Spandauers Niederländers Lucas Gielen. Auf der rechten verlud Hannovers Tobias Preuß, getauft mit Spandauer Wasser und seit zwei Jahren für Waspo im Einsatz, den Ungarn Laszlo Baksa im Berliner Tor. Der Ball sprang zurück, allerdings nicht von der Latte, wie die Spandauer gehofft hatten, sondern von der im Tor platzierten Querstange. Aus und vorbei, Pokalsieg für Waspo.

Wie schon im vergangenen Jahr, damals noch in Potsdam, also bei einem halben Berliner Heimspiel. Der Hannoveraner Pokalsieg von 2018 war programmatisch für den Verlauf der sich anschließenden Play-offs um die Deutsche Meisterschaft. Waspo gewann die Serie mit 3:2 und schaffte es endlich, im wichtigsten Wettbewerb aus den großen Spandauer Schatten zu treten. Und diesmal? „Abwarten“, sagt Spandaus Präsident Hagen Stamm. „Hannover hat gut gespielt, aber ich finde schon, dass wir die bessere Mannschaft waren. Das macht mir Mut für die Meisterschaft.“ Sie geht am Donnerstag in ihre entscheidende Phase, wenn die Spandauer im ersten Halbfinalspiel bei ihrem Farmteam in Potsdam antreten.

Und gefeiert haben sie ja auch am Samstag in Düsseldorf, sogar sehr viel enthusiastischer als die Hannoveraner, jedenfalls aus der natürlich klubpatriotisch gefärbten Perspektive von Hagen Stamm. Da war ja noch ein zweites Pokalfinale, ebenfalls mit der spektakulären Ansetzung Spandau – Hannover, allerdings mit weitaus weniger spektakulären Verlauf. 13:4 (1:0, 6:2, 5:0, 1:2) siegten die Berliner Frauen über Waspo. Es war der erste Höhepunkt einer völlig neu zusammengestellten Mannschaft, die gerade ihre erste Bundesligasaison absolviert und nun am kommenden Wochenende auch als großer Favorit in die Play-offs um die Meisterschaft startet. Im Halbfinale geht es dann ebenfalls gegen Waspo Hannover.

Nach getaner Arbeit warfen die Spandauer Frauen ihren Trainer ins Wasser, es handelte sich dabei um Marko Stamm, den Sohn des Präsidenten und Kapitän des Männerteams. Marko Stamm revanchierte sich für die in Wasserballkreisen übliche Ehre damit, dass er nach der Players Night im Mannschaftshotel die Nacht noch ein wenig verlängerte und seine Spielerinnen in eine Düsseldorfer Diskothek begleitete. „So gehört sich das für einen guten Trainer“, sprach der väterliche Präsident. „Marko hat gut aufgepasst und die Mädels pünktlich wieder am Frühstückstisch abgeliefert.“

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