Jubeeeeeeeel. Die Spieler des FC Bayern München feiern das erste Tor gegen Frankfurt – und später die Meisterschaft. Foto: Michael Dalder/REUTERS
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Mit Robben und Ribery Der FC Bayern feiert die 29. Meisterschaft

Am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga lassen die Münchner keine Spannung aufkommen. Dortmund erreicht trotz eines 2:0 gegen Gladbach nur Platz zwei.

In der ausverkauften Münchner Arena war die Stimmung vor dem Anpfiff schon fast auf dem Höhepunkt. Nach einer Dekade voller Titel und Triumphe wurden Franck Ribéry und Arjen Robben auf dem Rasen feierlich geehrt. Die Bayern-Fans unter den 75 000 Zuschauern erhoben sich, applaudierten und es waren auch einige Tränen zu sehen.

Als sich das Publikum wieder setzte, nahm auch die wohl beste Flügelzange der Vereinsgeschichte erst mal Platz, denn für die Startformation reichte es in ihrem letzten Bundesliga-Spiel für den FC Bayern nicht. Beim 5:1 (1:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt waren Ribéry und Robben dennoch die gefeierten Helden und verabschiedeten sich standesgemäß mit je einem Treffer und der siebten deutschen Meisterschaft in Folge. Borussia Dortmund bleibt trotz des 2:0 (1:0)-Sieges bei Borussia Mönchengladbach nur Platz zwei.

Beim FC Bayern München ist der Umbruch auf den Außen bereits seit einiger Zeit im Gange und das verdeutlichte nicht nur die Aufstellung, sondern auch der Spielverlauf. Nach einer schönen Stafette über Robert Lewandowski und Thomas Müller landete der Ball bei Kingsley Coman und der französische Flügelstürmer schoss sein Team in Führung – da waren keine vier Minuten gespielt und der furiose Start der Hausherren diente als Vorgeschmack für das weitere Geschehen.

Dass es zur Halbzeit nur 1:0 stand, kam aus Frankfurter Sicht beinahe einem Wunder gleich. Die Münchner waren in allen Belangen überlegen, konnten ihre vielen Chancen aber nicht weiter in Zählbares umwandeln. Als Comans Gegenpart Serge Gnabry den Ball dann doch zum vermeintlichen 2:0 in die rechte Ecke schoss und das Stadion bereits jubelte, griff der Videoassistent aufgrund einer knappen Abseitsstellung von Lewandowski ein und annullierte den Treffer.

Nur ganz kurz kommt Spannung auf

Auch beim Konkurrenten aus Dortmund hatte der Kölner Keller einen großen Auftritt. Nachdem die Gladbacher dem 1:0 durch einen Lattenschlenzer von Ibrahima Traoré deutlich näher waren als der BVB, schlug kurz vor der Halbzeit Jadon Sancho zu. Marco Reus rettete den Ball auf oder kurz hinter der Torauslinie – das war selbst bei mehrfacher Betrachtung der Wiederholung nicht eindeutig festzustellen – und flankte in die Mitte, wo der Engländer sicher verwandelte. Die Überprüfung in Köln und durch Schiedsrichter Manuel Gräfe dauerte mehrere Minuten, doch es blieb bei der Entscheidung: Tor für den BVB.

Manchmal sind es Kleinigkeiten wie diese, die eine Meisterschaft entscheiden, und kurz nach der Halbzeit traten erstmals an diesem Tag Zweifel an der Münchner Titelverteidigung auf. Nach einer Frankfurter Ecke trat Joshua Kimmich über den Ball, David Abraham traf die Latte und der gerade erst eingewechselte Sebastian Haller glich aus.

Ein weiteres Frankfurter Tor hätte die nächste Wende in dieser endlich mal wieder spannenden Meisterschaft bedeutet, doch die Bayern ließen in Dortmund erst gar keine großen Hoffnungen aufkeimen. Drei Minuten nach dem Ausgleich staubte David Alaba nach einem abgewehrten Lewandowski-Schuss zum 2:1 ab, kurz darauf erhöhte Renato Sanches in seinem wahrscheinlich letzten Spiel für die Münchner mit seinem ersten Saisontor.

Dortmund hatte zu diesem Zeitpunkt durch Marco Reus ebenfalls schon erhöht, das 2:0 des BVB änderte an der Gesamtsituation aber nichts mehr. Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken leutete Niko Kovac die Feierlichkeiten ein. Innerhalb weniger Minuten wechselte Bayerns Trainer erst Ribéry und dann Robben ein. Die Eintracht, die zumindest einen Punkt brauchte, um die erneute Qualifikation für die Europa League aus eigener Kraft zu schaffen, gab sich zwar nicht auf, war aber machtlos.

Die letzte halbe Stunde geriet zu einem großen Münchner Schaulaufen, das der 36 Jahre alte Franzose mit einem Traumtor zum 4:1 krönte. Wie in besten Zeiten dribbelte sich Ribéry zwischen drei Gegnern hindurch und lupfte den Ball ins Netz. Kurz darauf traf Robben zum 5:1. Es war der passende Schlusspunkt für die starke Rückrunde der Bayern – und die großen Bundesliga-Karrieren von Franck Ribéry und Arjen Robben. (Tsp)

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