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Wieder dabei: Stevan Jovetic (re., hier im Training im Zweikampf mit Vladimir Darida). Foto: IMAGO/Matthias Koch
© IMAGO/Matthias Koch

Lange Ansprache von Magath bei Herthas Training Mit Jovetic und Richter in die entscheidende Woche

Hertha BSC hat sich selbst in eine komplizierte Situation gebracht. So lief die erste Trainingseinheit der Woche vor dem Spiel in Dortmund.

Stevan Jovetic hatte im Trainingsspiel viel freien Raum vor sich. Also zog er aus großer Entfernung ab – und der Ball landete im Tor. Später gelang ihm ein noch ein Treffer selbst und an einem weiteren war er beteiligt, hatte den Ball mit der Hacke in die Mitte gelegt.

Noch wichtiger als seine Aktionen im Training war für Hertha BSC am Dienstagvormittag etwas anderes: Der Montenegriner absolvierte die ganze Einheit auf dem Schenckendorffplatz, die gut 75 Minuten dauerte.

Es war das erste Mal, dass der Stürmer wieder komplett mitmachen konnte, seitdem er am 9. April im Spiel gegen den 1. FC Union früh wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel ausgewechselt werden musste. Jovetic musste in dieser Spielzeit häufig verletzt passen. Daher bleibt noch abzuwarten, in welcher Form er am Samstag im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund mitwirken kann (Samstag 15.30 Uhr, live bei Sky).

Dann geht es für die Berliner darum, auf den letzten Metern den direkten Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga zu schaffen. Dies war bisher trotz einer hervorragenden Ausgangslage nicht gelungen, weil aus den Spielen bei Arminia Bielefeld und gegen den FSV Mainz 05 insgesamt nur ein Zähler heraussprang. Mit einem Punkt in Dortmund wäre Hertha gerettet.

Bei einer Niederlage und einem Sieg des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln müssten die Berliner in die Relegation. Wahrscheinlichster Gegner nach dem aktuellen Stand in der Zweiten Liga wäre der Hamburger SV. Punktgleich hinter dem HSV liegt der SV Darmstadt 98.

Dass Jovetic in guter körperlicher Verfassung wichtig wäre, steht außer Frage. Obwohl der 32-Jährige nur 17 Mal in der Liga spielte, und davon weniger als ein Drittel der Partien über 90 Minuten, ist er mit sechs Treffern immer noch bester Hertha-Torschütze in der laufenden Spielzeit. Sein letzter Treffer liegt aber mehr als dreieinhalb Monate zurück.

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Platz zwei in der internen Rangliste belegt Marco Richter, der auf fünf Tore kommt. Die vorerst letzten erzielte er im Hinspiel gegen Borussia Dortmund kurz vor Weihnachten. Hertha gewann 3:2, Richter traf doppelt. Am vergangenen Samstag bei der 1:2-Heimniederlage gegen Mainz hatte der Mittelfeldspieler wegen einer Erkältung pausiert, auch er trainierte am Dienstag wieder voll mit.

Das galt ebenso für Vladimir Darida, der am Sonntag das Training vorzeitig beendet hatte. Torwart Alexander Schwolow, Marvin Plattenhardt und Niklas Stark trainierten individuell. Davie Selke hörte mit Oberschenkelproblemen etwas früher auf. Es fehlte unter anderem Kapitän Dedryck Boyata, Grund war nach Vereinsangaben eine Erkältung.

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In den vergangenen Wochen hatte vieles darauf hingedeutet, dass der Saisonabschluss beim BVB für Hertha ein vergleichsweise lockerer Ausklang ohne tabellarischen Druck werden würde. Seit Sonntagabend, als der FC Bayern München zu Hause nur 2:2 gegen den VfB Stuttgart gespielt hatte, ist alles anders. Daher hatte Trainer Felix Magath die erste Einheit dieser für Hertha so wichtigen Woche mit einer langen Ansprache eröffnet.

Der Einsatz stimmte danach sowohl in der Übung drei gegen drei mit Torabschlüssen als auch im folgenden Trainingsspiel. Die guten Eindrücke unter der Woche ins Spiel am Wochenende zu transferieren, gelang Hertha in dieser Saison allerdings häufig nur in überschaubarem Ausmaß.

Ein prächtiges Beispiel, wie es eigentlich funktionieren muss, lieferte die Mannschaft vor einigen Wochen beim 1:0-Auswärtssieg in Augsburg. „Es liegt an uns, wir müssen so auftreten wie beim Sieg in Augsburg. Da haben wir gekämpft, haben mit Leidenschaft jeden Zweikampf angenommen, haben 90 Minuten alles rausgehauen“, sagte Magath nun in der „Bild“-Zeitung. Und ergänzte: „Das erwarte ich jetzt auch in Dortmund.“

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