Große Hertha, kleine Hertha: Marc Zellner (vorne) und seine Zehlendorfer kennen sich mit Stadtduellen wie hier im Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC und Niklas Stark aus. Foto: Andreas Gora/Imago
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Hertha Zehlendorf gegen BFC Dynamo im Landespokal Auswärtsheimspiel im Ost-West-Duell

Da klingelt die Kasse: Hertha 03 erwartet am Freitag 700 Gästefans vom BFC. Der Oberligist will gegen den Regionalligisten aber auch sportlichen Erfolg haben.

In der Zehlendorfer Onkel-Tom-Straße geht es im Alltag recht gemütlich zu. Abgesehen vielleicht zu Stoßzeiten, denn dann sind dort doch stets erstaunlich viele Autos unterwegs. An der Rückseite des U-Bahnhofes Onkel Toms Hütte existiert aber eine Fußgängerampel, die den Durchgangsverkehr auch am frühen Abend häufig durchschneidet. Denn die jungen Nachwuchsspieler wollen mit ihren Taschen heil zum Trainingsgelände von Hertha 03 Zehlendorf kommen.

Tagtäglich sieht man die Grüppchen von Menschen mit den blauen Vereinsjacken in der Gegend. Am Freitag allerdings wird sich das Bild ändern. Denn dann werden – vorrangig wohl etwas ältere – Menschen in weinroten Trikots vom U-Bahnhof in Richtung Ernst-Reuter-Sportfeld strömen: Der BFC Dynamo gastiert bei Hertha 03, um 19 Uhr beginnt das Achtelfinalspiel im Berliner Landespokal.

Oberliga gegen Regionalliga

Der Berliner Oberligist, zur Zeit immerhin Tabellenführer in der fünften Klasse, sieht sich in der Ansetzung gegen den eine Liga höher spielenden Regionalligisten gar nicht so sehr in der Außenseiterrolle. Dynamo ist zur Zeit Tabellenachter. Herthas junger Mittelfeldspieler Paul Wegener sagt: „Gerade weil wir zu Hause spielen und diese Saison erst einmal verloren haben, rechnen wir uns Chancen auf das Weiterkommen aus.“

Doch von wegen Heimvorteil – akustisch wird der BFC wohl eher einen Auswärtsvorteil haben. Es werden um die 700 Fans der Hohenschönhausener erwartet. Aus Zehlendorf, sagt Hertha-03-Präsident Kamyar Niroumand, würden dann noch mal 300 Besucher dazukommen. „Wir hoffen, dass wir die 1000er-Marke knacken.“ Und ein paar Polizeikräfte werden natürlich auch ganz genau zuschauen.

Die Gäste dürfen das Stadion über den Haupteingang an der Sven-Hedin-Straße betreten, die Hertha-03-Anhänger werden den Seiteneingang am Siebenendenweg nutzen. Niroumand erzählt, dass man mit „14 Leuten“, der Polizei und dem Verband die Sicherheitsfragen beraten habe. Aber er sei sich sicher, dass es friedlich bleibe.

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„In letzter Zeit hat man ja auch nichts Negatives von den BFC-Fans gehört“, sagt der Präsident. Auch wenn es ein Duell zwischen West und Ost ist – die Berührungspunkte beider Klubs sind kaum auszumachen, große Animositäten damit also auch nicht.

Anreise mit der U-Bahn – an der Straße ist alles zugeparkt

Für die junge Zehlendorfer Mannschaft – sieben Spieler der Startformation waren in der Liga zuletzt unter 22 Jahren – werde das Spiel ein absoluter Höhepunkt, sagt Niroumand. Und auch Spieler Paul Wegner sieht das so: „Die Vorfreude im gesamten Team ist riesig, wir sehen das schon als ein Highlight der Saison. Es ist doch schön, wenn die Gästefans die Stimmung im Stadion verbessern.“

In jedem Fall werden die Gästefans wohl mit der U-Bahn anreisen müssen, denn Parkplätze unweit des Stadions gibt es nicht ausreichend. Den vorhandenen Parkraum haben die Anwohner schon längst in Beschlag genommen, wenn das Pokalspiel beginnt. Denn um 19 Uhr ist der Berufsverkehr in Zehlendorf längst Geschichte – gerade an einem Freitag.

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