Nerven wie Drahtseile. Füchse-Kapitän Hans Lindberg verwandelte den entscheidenden Siebenmeter zum 34:33-Auswärtssieg. Foto:

Handball-Bundesliga 34:33 in Stuttgart - Füchse Berlin feiern wichtigen Auswärtssieg

Die Füchse Berlin halten Anschluss an die Europapokal-Plätze: Beim TVB Stuttgart gewinnen die Berliner dramatisch mit 34:33 (15:18).

Auswärtstouren mit der Profi-Mannschaft schenkt sich Bob Hanning in den allermeisten Fällen. Wenn der Manager der Füchse Berlin dann aber doch mal mitfährt, ist das immer auch ein Zeichen für ein Spiel von hoher sportlicher Relevanz. So wie am Donnerstagabend: Da traten die Berliner nach zuletzt drei Bundesliga-Niederlagen in Serie mit jeweils mindestens 30 Gegentoren beim TVB Stuttgart an – und Hanning bekam im Schwabenland zu sehen, was er sehen wollte: einen Auswärtssieg. Nach einer bemerkenswerten Aufholjagd in der Schlussphase setzten sich die Berliner mit 34:33 (15:18) durch. Sieben Minuten vor dem Ende hatten sie noch mit vier Treffern in Rückstand gelegen (27:31).

Als die Uhr bereits abgelaufen war, verwandelte Kapitän Hans Lindberg einen höchst zweifelhaften Siebenmeter zum 34:33-Endstand. „Das war so viel Siebenmeter wie es ein Elfmeter im Spiel zwischen Bremen und den Bayern war“, räumte Hanning bei „Sky“ ein. Durch den Erfolg halten die Berliner Anschluss an Tabellenplatz fünf und die damit verbundene Europapokal-Qualifikation. „Der Sieg ist mehr als glücklich. Wir haben gerade in der ersten Halbzeit unfassbar viele Fehler gemacht, das war zum Teil unterirdisch“, sagte Hanning.

Vier Tage nach dem überzeugenden Sieg bei der TSV Hannover-Burgdorf im Achtelfinal-Hinspiel des EHF-Pokals erwischten die Füchse zunächst einen guten Start: Silvio Heinevetter im Berliner Tor entschärfte direkt einige Würfe, vorn traf Hans Lindberg nach sieben Minuten zur zwischenzeitlichen 4:2-Führung der Gäste. In der Folge leisteten sich die Berliner aber erschreckend viele Ungenauigkeiten und luden die Stuttgarter damit zu einfachen Kontertoren ein. Beim Spielstand von 9:12 griff Füchse-Trainer Velimir Petkovic zur Grünen Karte – Auszeit. „Am Anfang hat uns Heine im Spiel gehalten“, sagte der Coach, „aber Jungs, unsere Abwehr ist gar nichts, wo ist die Gegenwehr?“ So schnell wie die Worte gesprochen waren, so schnell verpufften sie allerdings auch wieder: Zur Pause hatten die Berliner bereits 18 Gegentreffer kassiert; mit der Halbzeitsirene traf Mattias Zachrisson zum 15:18.

Nach dem Seitenwechsel liefen die Füchse diesem Drei-Tore-Rückstand bis tief in die Schlussphase hinein hinterher. Dann drehten sie ein verloren geglaubtes Spiel doch noch zu ihren Gunsten: Fabian Wiede glich zum 33:33 aus und ebnete damit den Weg für Kapitän Hans Lindberg. In Halbzeit eins hatte der Däne noch zwei Strafwürfe vergeben. In der entscheidenden Situation behielt er die Nerven und traf gegen Jogi Bitter zu einem für die Berliner extrem wichtigen Auswärtssieg.

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