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EM, Nationalmannschaft Türkei, Training im Olympiastadion Rom. Yusuf Yazici aus der Türkei nimmt am Training teil. Foto: dpa/Alessandra Tarantino
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EM-Auftakt gegen Italien Türkisches Star-Ensemble will den Gruppensieg

Die Corona-Zwangspause der Euro 2020 könnte für die Türkei Vorteile haben. Das jüngste türkische Team und der älteste Coach der EM verfolgen große Ziele.

Mit der jüngsten und stärksten Mannschaft seit Jahren geht die Türkei an diesem Freitag in das Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft gegen Italien. Die meisten Spieler im türkischen Aufgebot verdienen bei europäischen Spitzenmannschaften ihr Geld – nur einer der sieben nominierten Verteidiger spielt in der türkische Süper Lig.

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Nationaltrainer Senol Günes peilt den Sieg in der Gruppe A an, in der die Türkei außer auf Italien auf Wales und die Schweiz trifft. Die Erwartungen sind hoch, doch Günes räumt kurz vor Turnierbeginn ein, dass sein Team noch an einigen Schwächen arbeiten muss.

Die Verschiebung der EM wegen der Corona-Pandemie vom vergangenen auf dieses Jahr könnte sich für die Türkei als Vorteil erweisen. Die Pause gab Günes mehr Zeit, um jüngere Spieler ins Team einzugliedern. Dabei konnte er auf viel Erfahrung zurückgreifen.

Der 69-jährige Günes, der älteste Trainer bei der EM, ist für den bisher größten internationalen Erfolg der Türkei verantwortlich: Bei der WM 2002 führte er die türkische Mannschaft auf den dritten Platz. Nun will Günes mit der Nationalmannschaft wieder ganz vorne mitspielen.

Fußball-Legionäre aus europäischen Ligen

Leisten sollen das die erfolgreichen Legionäre aus europäischen Ligen, die das Rückgrat der Mannschaft bilden. In der Abwehr ruhen die Hoffnungen auf dem früheren Freiburger Caglar Söyüncü, der heute bei Leicester City spielt. Seine Karriere zeigt, wie sehr sich der türkische Fußball in den vergangenen Jahren verändert hat.

In früheren Zeiten dominierten die Großen Drei des türkischen Fußballs – die Istanbuler Vereine Besiktas, Fenerbahce und Galatasaray – die Laufbahnen der Profis. Der heute 25-jährige Söyüncü dagegen kommt aus der Jugendarbeit des Vereins Altinordu in seiner Heimatstadt Izmir an der Ägäis und ging ohne Zwischenstopp in Istanbul direkt ins Ausland.

[Mehr zum Thema: Der heimliche EM-Favorit Roberto Mancini lässt die Italiener wieder träumen (T+)]. 

Auch der Mittelfeld-Star Hakan Calhanoglu war noch nie bei einem der großen Istanbuler Clubs unter Vertrag. Der in Mannheim geborene Calhanoglu spielte in Karlsruhe, Hamburg und Leverkusen, bevor er 2017 zum AC Mailand ging. Nun sucht er einen neuen Verein – nach Medienberichten interessiert sich unter anderem Manchester United für den 27-jährigen.

Der türkische Mittelfeldspieler Hakan Calhanoglu nimmt am 10. Juni 2021 am Vorabend des Fußballspiels der Gruppe A der UEFA EURO 2020 zwischen der Türkei und Italien an einer Trainingseinheit im Olympiastadion in Rom teil. Foto: AFP/Filippo Monteforte Vergrößern
Der türkische Mittelfeldspieler Hakan Calhanoglu nimmt am 10. Juni 2021 am Vorabend des Fußballspiels der Gruppe A der UEFA EURO 2020 zwischen der Türkei und Italien an einer Trainingseinheit im Olympiastadion in Rom teil. © AFP/Filippo Monteforte

Auch Mittelstürmer und Mannschaftskapitän Burak Yilmaz spielt im Ausland: Seine Tore verhalfen der Mannschaft von Lille OSC in der vergangenen Saison zur französischen Meisterschaft. Im Sturm wird der 35-jährige Veteran Yilmaz unter anderem von Söyüncüs Kollegen aus Leicester, Cengiz Ünder, unterstützt.

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In der EM-Qualifikation zeigte Günes‘ Truppe zeitweise, was in ihr steckt. Sie kassierte nur drei Tore und schlug Weltmeister Frankreich 2-0. Bei der Qualifikation für die WM 2022 besiegten die Türken die Niederlande mit 4:2. Neben Licht gab es allerdings auch Schatten. Bei der Nations League im vergangenen Jahr waren die türkischen Auftritte durchwachsen. Die unsteten Leistungen sind ein Problem für Trainer Günes – das Fußballmagazin „Four Four Two“ kommentierte, die Türkei spiele wie „Jekyll und Hyde“.

Ballverluste, Schwächen in der Defensive und im Angriff

Die letzte Vorbereitungsphase vor dem Turnier verbrachte die türkische Mannschaft im nordrhein-westfälischen Harsewinkel, und sie schlug Moldawien im letzten Vorbereitungsspiel in Paderborn mit 2:0. „Wir sind noch nicht bereit“, sagte Trainer Günes dem staatlichen Fernsehsender TRT kurz vor Turnierbeginn. Es gebe zu viele Ballverluste sowie Schwächen in der Defensive und im Angriff. „Wir sind noch nicht auf dem Niveau, auf dem wir sein wollen.“

Weil sich die Türkei vor allem gegen defensiv eingestellte Mannschaften schwertut, erwartet der Sportkommentator Arda Alan Isik besonders in den EM-Spielen gegen Wales und die Schweiz Probleme für Günes‘ Mannschaft. Ein Auftaktsieg gegen Italien würde der Türkei viele Vorteile bringen, schrieb Isik in der Zeitung „Daily Sabah“ mit Blick auf das Eröffnungsspiel am Freitag. Dennoch brauche Senol „einen Plan B“.

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