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Handball-Bundestrainer Alfred Gislason muss improvisieren, inzwischen ist auch Torwart Silvio Heinevetter mit dem Coronavirus infiziert. Foto: Imago
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Eishockey-WM und Handball-WM in der Pandemie „Man stellt die Sinnfrage: Muss es wirklich sein?“

Sportliche Großveranstaltungen in Corona-Zeiten lösen mehr und mehr Befremden aus. Bis zur kompletten Entfremdung ist es da nicht mehr weit.

Am 25. Dezember beginnt die Eishockey-Weltmeisterschaft der U-20-Männerteams in Edmonton. Auch eine deutsche Auswahl soll dabei sein, sicher ist das derzeit allerdings nicht zu hundert Prozent. Sie wissen schon: das Virus.

Drei Spieler des Nationalteams wurden bei der Ankunft in Kanada positiv auf Corona getestet, seither befindet sich die gesamte Mannschaft in Quarantäne. Die soll bis zum 24. Dezember bestehen bleiben, am Zweiten Weihnachtsfeiertag hätte Deutschland sein erstes Turnierspiel gegen Finnland.

„Man stellt die Sinnfrage: Muss es wirklich sein?“, sagte U-20-Bundestrainer Tobias Abstreiter nun in einem Pressegespräch und antwortete darauf indirekt mit einem entschiedenen: „Vielleicht!“

Als Verantwortlicher für seine Mannschaft wäre ein „Nein“ auch nur schwer verständlich, die Spieler sind ja schließlich vor Ort und wollen auch ihre bestmögliche Leistung zeigen. Für Außenstehende ist es allerdings schwer nachvollziehbar, warum ein solches Turnier in diesen Zeiten wirklich ausgetragen werden muss und junge Menschen möglicherweise dadurch ernsthafte gesundheitliche Schäden davontragen.

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Wobei das Eishockey diese Zweifel nicht exklusiv hat. Im Januar findet im Handball die Männer-WM statt – erstmals übrigens mit 32 Mannschaften. Einige deutsche Nationalspieler verzichteten bereits freiwillig auf eine Teilnahme, andere haben sich mit dem Coronavirus infiziert und keiner weiß, ob sie rechtzeitig wieder fit werden.

Klar ist, dass eine Reise um die halbe Welt für ein großes Sportereignis im Moment einigermaßen absurd erscheint. Das haben sie jetzt sogar bei der ARD erkannt, der Sender verzichtet darauf, Journalisten zur Berichterstattung nach Ägypten zu entsenden.

Der Profisport will den Menschen in dieser schweren Zeit Abwechslung bieten. Doch das wird angesichts der genannten Beispiele aus dem Eishockey und Handball zunehmend schwieriger. Bei den Fans wird aus Begeisterung mehr und mehr Befremden – bis zur kompletten Entfremdung ist es dann nicht mehr weit.

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