"Geiles Gefühl". Eisbären-Profi Jonas Müller (vorne) ist bereit für Olympia. Foto: Skolimowska/dpa
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Eisbären Berlin Grizzlys Wolfsburg nur am Schluss bedrohlich

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Beim knappen 3:2-Erfolg spielen die Eisbären Berlin erst kontrolliert, dann fahrig. Und ein Manko ist noch immer nicht behoben.

Grob geschätzt 20 Fans der Grizzlys aus Wolfsburg hatten am Dienstag den Weg nach Berlin angetreten. Der Klub aus Niedersachsen hat eben eher beschauliche Strahlkraft und daheim den schwächsten Zuschauerschnitt der Deutschen Eishockey-Liga. In der Berliner Arena am Ostbahnhof durften die Wolfsburger aber bei den Eisbären mal vor 10 417 Zuschauern antreten. Immerhin war es das Duell Dritter gegen Vierter. Allerdings trennten beide Teams am 45. Spieltag in der Tabelle 18 Punkte. Insofern waren die Wolfsburger nicht auf Augenhöhe mit den Berlinern. Und so liegen nun auch 21 Punkte zwischen den Mannschaften. Die Eisbären gewannen nämlich trotz kleiner Zitterphase am Ende 3:2 (1:0, 0:0, 2:2).

Vor dem Spiel hatten drei Eisbären besonders gute Laune. Am Dienstag musste Bundestrainer Marco Sturm aus seinem vorläufigen Kader für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang einen amtlichen Kader machen. Fünf von 30 Spielern schieden aus – die drei Berliner Profis traf es nicht. Frank Hördler, Jonas Müller und Stürmer Marcel Noebels fahren nach Südkorea. Die Eisbären stellen aber eine eher kleine Abordnung für die Auswahl. Vom Meister München kommen sieben Nationalspieler. Anführer des deutschen Teams wird natürlich der erfahrene Star-Verteidiger Christian Ehrhoff von den Kölner Haien sein.

Müllers Fehler bleibt ohne Konsequenzen

Beim Berliner Gegner vom Dienstag war nur ein Olympiafahrer auf dem Eis, nämlich Björn Krupp. Der kantige Verteidiger spielte mal wieder gegen seinen Vater, den Berliner Trainer. Uwe Krupp hatte an dem Spiel zunächst auch seine Freude, denn abgesehen von einem deftigen Fehler von Verteidiger Müller machten die Eisbären das lange Zeit sehr ordentlich. Womöglich hatte Müller sich gedanklich zu sehr mit Olympia in Südkorea beschäftigt, in der ersten Pause sagte er gar: "Es ist ein geiles Gefühl, dabei zu sein."

Müllers Abspielfehler blieb aber ohne Konsequenz. Zuletzt hatte es bei den Berlinern oft an taktischer Disziplin und an Disziplin gemangelt. Beides war gegen Wolfsburg nicht zu beobachten. Die Eisbären vermieden überflüssige Ausflüge auf die Strafbank, bei Wolfsburg saß dafür gefühlt alle drei Minuten ein Spieler draußen. Einziges echtes Berliner Manko: Aus den sechs Powerplay-Chancen in den ersten beiden Abschnitten sprang wenig heraus: Nur ein Distanztreffer durch Jamie MacQueen.

Mit dem mageren 1:0 im Rücken gingen die Berliner ins letzte Drittel. Louis-Marc Aubry traf da zum 2:0, Danny Richmond zum 3:0 für die Berliner, die sich in den Schlussminuten noch überflüssige Gegentore durch Dixon und Fauser einfingen, aber trotzdem zum zweiten Sieg in Folge kamen. Erst am Sonntag geht es für den Tabellendritten aus Berlin weiter, dann mit dem Spitzenspiel beim Tabellenzweiten Nürnberg Ice Tigers.

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