Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Gegen Trentino gelang den Volleys am Mittwoch ein Sieg, der aber nicht reichte um weiterzukommen. Foto: IMAGO/Nordphoto
© IMAGO/Nordphoto

Einsam in der Bundesliga, aber nicht chancenlos in Europa Die Volleys können trotz des Ausscheidens stolz sein

Die Volleys scheiden aus der Champions-League aus. Der Grund ist auch in der Übermacht in der eigenen Liga zu finden. Trotzdem gibt es Hoffnung. Ein Kommentar.

Wenn die Volleyball-Bundesliga das Team der Woche verkündet, dann sieht man erst einmal sehr viel orange. Das hängt damit zusammen, dass die Vereinsfarbe der BR Volleys Orange ist. Und die Berliner dominieren die Liga seit Jahren, das ist in dieser Saison nicht anders. Was vielversprechend klingen mag, stellt zugleich die wohl größte Herausforderung für den Verein dar.

Das zeigte sich zuletzt am Mittwoch, als es für die Volleys in der Champions League gegen Trentino Volley ging. Beinahe, aber eben nur beinahe, gelang ihnen der Einzug ins Halbfinale in Europas wichtigstem Wettbewerb. Gegen den italienischen Spitzenklub reichte es zu einem 3:2-Achtungserfolg im Rückspiel - aber eben nicht für mehr.

Der Grund ist auch in der Übermacht in der eigenen Liga zu finden. Ruben Schott sagte im Anschluss an das Spiel etwas Wichtiges. „Man sieht, dass wir nicht jede Woche so ein Topspiel machen“, sagte er, „das Niveau ist ein anderes.“ Ganz im Gegensatz zu Trentino, die Spiele auf Topniveau gewöhnt sind, denn die italienische Liga zählt zu den stärksten in Europa.

Das zeigt sich auch mit Blick auf das Halbfinale, wo mit Trentino und Perugia gleich zwei italienische Vereine aufeinandertreffen. Die Volleys hingegen waren als Underdog in die Champions League gegangen, vor allem den Aufschlagdruck sind sie aus der Bundesliga nicht gewöhnt.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Umso bemerkenswerter waren der Kampfgeist und die Spielstärke, die sie an den Tag legten. Insbesondere bei den beiden Auswärtssiegen gegen den russischen Vizemeister Zenit St. Petersburg, die ihnen den Platz als Gruppenerster bescherten. In der vergangenen Saison sah das noch ganz anders aus; da schafften es die Berliner nur dank einiger Coronafälle bei den gegnerischen Mannschaften ins Viertelfinale und waren gegen Trentino völlig chancenlos.

Insofern ist in diesem Jahr doch etwas anders als sonst: Die Berliner haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie durchaus auf europäischem Niveau mithalten können. Deshalb müssen sie sich auch nicht grämen, sondern können stolz sein, dass sie trotz der fehlenden Konkurrenz auf nationaler Ebene zu den acht besten Teams Europas zählen.

Und wenn die Mannschaft, die in dieser Saison etliche Neuzugänge zu verzeichnen hatte, noch ein bisschen mehr zusammenwächst, und das Losglück zur Abwechslung mal auf ihrer Seite ist, dann ist im nächsten Jahr auch das Halbfinale drin – mindestens.

Zur Startseite