An der Gedenkfeier für Rudi Assauer in der Propsteikirche St. Urbanus nahmen zahlreiche Schalker Fans teil. Foto: Federico Gambarini/dpa
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Ehemaliger Manager von Schalke 04 Bewegende Gedenkfeier für Rudi Assauer

Neun Tage nach seinem Tod verabschieden sich rund 1000 Gäste von Assauer – so wie er es sich gewünscht hätte: mit Bier, Bratwurst und königsblauem Himmel.

Bier, Bratwurst und königsblauer Himmel - so hätte es sich Rudi Assauer wohl gewünscht. Mit einer emotionalen Gedenkfeier nahm der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 am Freitag Abschied von seinem langjährigen Manager. Neben der Familie und Freunden war auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet unter den rund 1000 Gästen in der Propsteikirche Sankt Urbanus in Gelsenkirchen.

„Das Land NRW verneigt sich vor Rudi Assauer. Er war eng mit dieser Region verbunden. Er hat es geschafft, ehrliche Worte und klare Kante mit Herz und Leidenschaft zu verbinden“, sagte Laschet. Auch als er schon erkrankt war, sei er „bis zuletzt geradlinig“ geblieben und vielen Demenzkranken ein Vorbild gewesen, ergänzte der CDU-Politiker: „Er war eng mit dieser Region und mit den Fans verbunden. Wir werden ihn vermissen und sein Andenken in Ehren bewahren. Glückauf Rudi Assauer!“ Der an Alzheimer erkrankte Manager war am 6. Februar im Alter von 74 Jahren gestorben.

Neben dem Altar hatten zahlreiche Vertreter von Bundesligaklubs Kränze mit blau-weißen Schleifen und Blumen niedergelegt. Dahinter war ein großes Schwarz-Weiß-Porträt der Schalker Legende zu sehen. Assauer, wie er in Erinnerung bleibt: Stolz mit dem 1997 gewonnenen Uefa-Cup auf den Schultern und dicker Zigarre im Mund.

"Symbolfigur des Ruhrgebiets"

„Er war eine Symbolfigur des Ruhrgebiets und ein geachteter Repräsentant des deutschen Fußballs“, sagte Liga-Präsident und BVB-Chef Reinhard Rauball. Assauer hatte von 1964 bis 1970 für Schalkes Revierrivalen Borussia Dortmund gespielt und den DFB-Pokal (1965) sowie den Europapokal der Pokalsieger (1966) gewonnen. Trotz seiner großen Liebe Schalke sei Assauer Vereinsmitglied des BVB geblieben. „Es gab so viele Revierderbys und wir haben uns gern geneckt. Aber immer positiv. Nächstes Jahr hätten wir Rudi gern für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt“, sagte Rauball.

Neben Assauers langjähriger Lebensgefährtin, der Schauspielerin Simone Thomalla mit ihrer Tochter Sophia, war auch die geballte Fußball-Prominenz wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß, BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Andreas Rettig, Heribert Bruchhagen und Assauers enger Freund Huub Stevens (65) anwesend. „Von Anfang an hatten Rudi und ich eine besondere Beziehung. Er war positiv verrückt, immer ehrlich und geradeaus, eine große Persönlichkeit. Er hat mal gesagt: Entweder ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich. Leider hat die lange Krankheit ihn geschafft“, sagte Stevens. Neben ihm erwiesen auch fast alle „Eurofighter“ von 1997 ihrem Manager die letzte Ehre.

„Er war ein großer Glücksfall für den Klub und der Architekt des modernen Schalke“, sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies. „Er füllte den Raum aus, wenn er ihn betrat.“ Zum Ende der Gedenkfeier, die rund 2000 Fans in der Schalker Arena via Live-Übertragung verfolgten, wurde das Vereinslied „Blau und Weiß, wie lieb ich dich“ gesungen. Danach tauschten die Gäste stundenlang Erinnerungen, Erlebnisse und Anekdoten im „Glückauf-Club“ der Arena aus. Bei Bier und Bratwurst - so, wie es Assauer gefallen hätte.

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