Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Wie geht es weiter. Die deutschen Handballer beim Training. Foto: wolf-sportfoto/Imago
© wolf-sportfoto/Imago

Die Seuche am Handball Die deutschen Handballer und ihr Spiel mit dem Virus - gut und schlecht

Ist es verständlich, dass die Deutschen bei der EM dem Virus weiter trotzen wollen oder verantwortungslos? Es ist interessant für uns alle. Ein Kommentar.

Im Sport wird oft davon gesprochen, dass eine Mannschaft die Seuche am Fuß oder am Schläger hat wenn es nicht so läuft. Das ist natürlich metaphorisch gemeint, bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft hingegen ist es tatsächlich so, dass sie die Seuche am Ball haben. Und was sich aktuell bei der Europameisterschaft abspielt, ist durchaus eine Revolution im Umgang mit dem Virus. Beharrlich kämpft das Team mit und gegen Omikron, will sich (noch) nicht vom Spielen abbringen lassen, auch wenn ein Antrag zur Verlegung des Spiels gegen Spanien am Donnerstag läuft. Es gibt ja schließlich scheinbar unendlich Spieler, die für die Infizierten nachgeholt werden können.

Das erstaunt angesichts neuer Rekordzahlen bei den Infizierten in Deutschland dann schon, zumal ja von den Verantwortlichen in der Regierung Vorsicht angesichts der aktuellen Entwicklung angemahnt wird als so ein trotziges Durchhaltevermögen bei den Handballern.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Eigentlich seltsam, dass es vom Bundesgesundheitsministerium noch keine Ermahnung an die Handballer gab, was aber auch daran liegen kann, dass sie in der deutschen Politik in weiten Teilen zu glauben scheinen, dass es nur den Fußball als Sportart gibt.

So also können wir die Diskussion führen, ob sie beim Deutschen Handball-Bund verantwortlich agieren oder nicht. Es ist irgendwie ambivalent, einerseits ist man gewillt zu sagen: Probiert das, was die Profisportler in der Slowakei machen bitte nicht zu Hause, liebe Kinder und Freizeitsportler. Das sind kerngesunde Männer, denen die aktuelle Variante anscheinend wenig anhaben kann.

Andererseits ist es natürlich nach zwei Jahren von Absagen und Geisterspielen auch verständlich, dass der Sport auch um sein Überleben kämpft und immer mehr in die Bredouille gerät, wenn alles Mögliche ausfällt. Wobei so eine Corona-Party wie in der Slowakei und in Ungarn – auch angesichts der vielen Fans in den Hallen – schon gruselig ist, wo wir doch seit zwei Jahren alle auf ganz viel haben verzichten müssen.

Zur Startseite