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Trainer Urs Fischer sieht noch eine Möglichkeit, auch im letzten Spiel noch einmal angreifen zu können. Foto: dpa/ Swen Pförtner
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Der 1. FC Union vor den letzten Bundesliga-Spielen Mathematisch ist noch vieles drin

Der 1. FC Union könnte sich theoretisch noch für Europa qualifizieren. Dafür wäre ein Erfolg gegen Bayer Leverkusen am Sonnabend sehr wichtig.

In der kommenden Woche werden die Spieler des 1. FC Union wohl Ablenkung brauchen, um die Langeweile zwischen den Trainingseinheiten zu vertreiben. Nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen am Sonnabend (15.30 Uhr, live bei Sky) fährt die Mannschaft direkt nach Bad Saarow, wo sie die letzte Woche der Saison im Quarantäne-Trainingslager verbringen wird.

Wie Trainer Urs Fischer am Donnerstag verkündete, werde der Verein zwar versuchen, Unterhaltung für die Spieler zu organisieren. Wegen der strikten Quarantäne-Regelungen sei aber „nicht alles möglich“. Die Profis werden sich zum Teil auch allein die Zeit vertreiben müssen: an der Playstation, beim Lesen, oder zur Not mit Rechenspielen.

Mathematisch ist zwei Spiele vor dem Ende dieser Bundesliga-Saison noch vieles drin für die Überraschungsmannschaft aus Köpenick. Theoretisch ist sogar die Europa League noch möglich. Wenn der 1. FC Union seine letzten zwei Saisonspiele gewinnt, Bayer Leverkusen am letzten Spieltag verliert und auch Borussia Mönchengladbach irgendwo Punkte liegen lässt, dann könnten die Berliner noch auf dem sechsten Platz landen. Theoretisch.

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In der Praxis wäre das aber wohl ein Wunder zu viel in dieser ohnehin schon zauberhaften Saison. Denn für Union wird es in den beiden Spielen schwer genug, Platz sieben zurückzuerobern und damit die Qualifikation zur kleineren Conference League zu sichern.

Es braucht eine deutliche Leistungssteigerung

Genau diese Hoffnung wollen die Köpenicker in Leverkusen am Leben halten. „Wir haben noch eine Möglichkeit, vielleicht auch im letzten Spiel nochmals angreifen zu können“, sagte Trainer Urs Fischer vor dem Spiel am Samstag. Dafür brauche es aber Punkte.

Zudem braucht es wohl eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum vergangenen Wochenende. Mit dem 0:3 gegen den VfL Wolfsburg hatte Union die erste Chance auf einen mirakulösen Saisonendspurt verspielt, und zwar mit einer der schlechtesten Leistungen dieser Spielzeit.

„Wir waren alle erstaunt“, sagte Fischer, der sich gegen Leverkusen einen „optimalen Tag“ wünscht. „Um bei solchen Mannschaften zu punkten, musst du von der ersten Sekunde bis zur letzten bereit sein.“

Zumindest verfügt der Trainer an diesem Wochenende über mehr Optionen. Robert Andrich, der in Wolfsburg das Aufwärmen abbrechen musste und im Spiel dann schwer vermisst wurde, soll wieder schmerzfrei und einsatzbereit sein. Auch beim zuletzt angeschlagenen Max Kruse sei wieder „alles ok“, erzählte Fischer.

Und besonders erfreulich ist die mögliche Rückkehr der Langzeitverletzten Taiwo Awoniyi und Sheraldo Becker, die nach mehreren Monaten endlich wieder für den Kader in Frage kommen.

Besonders erfreulich ist die mögliche Rückkehr der Langzeitverletzten Taiwo Awoniyi und Sheraldo Becker. Foto: imago images Vergrößern
Besonders erfreulich ist die mögliche Rückkehr der Langzeitverletzten Taiwo Awoniyi und Sheraldo Becker. © imago images

„Keine einfache Aufgabe“

Ob Becker tatsächlich bereit ist, ist zwar noch fraglich, und auch Awoniyi dürfte höchstens als Joker eingesetzt werden. Doch gegen Leverkusen kann auch ein kurzer Einsatz oder ein einziger, schnell ausgeführter Konter entscheidend sein, wie der eingewechselte Cedric Teuchert mit seinem späten Siegtor im Hinspiel schon zeigte.

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Auch dieses Mal wird Union wohl auf die gewohnte Mischung aus Kompaktheit, Konterstärke und kühlem Kopf zurückgreifen wollen. Gegen Leverkusen „musst du dich aus Drucksituationen lösen können. Dann hast du die Möglichkeit, gefährlich zu werden“, sagte Fischer. Seine Mannschaft müsse „die Basics abrufen“ und „gerade nach Balleroberung eine Spielfortsetzung“ suchen.

Gleichzeitig ist es inzwischen eine andere Leverkusener Mannschaft, die Union nun, vier Monate nach dem Heimsieg im Januar, begegnet. Seitdem Hannes Wolf Ende März von Peter Bosz auf der Trainerbank übernahm, hat sich Bayer vor allem in der Defensive stabilisiert.

Wie Urs Fischer unter der Woche zu bedenken gab, hat die Werkself in ihren letzten fünf Spielen nur gegen den FC Bayern München verloren. Es werde also „keine einfache Aufgabe“, sagte der 55 Jahre alte Trainer. Im Rennen um einen internationalen Startplatz ist der 1. FC Union schließlich immer noch klarer Außenseiter. Doch für den Moment ist noch alles möglich – zumindest mal mathematisch.

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