Ernste Sache. Louis-Marc Aubry und seine Eisbären-Kollegen sind heute in Mannheim gefordert. Foto: Chai v. d. Laage/Imago
p

Auswärtsspiel bei Adler Mannheim Louis-Marc Aubry macht den Eisbären Hoffnung

0 Kommentare

Bei den Eisbären läuft derzeit wenig zusammen. Und jetzt reisen sie zum Tabellenführer nach Mannheim. Aber es gibt auch Lichtblicke im Team.

Immer wieder schoss Louis-Marc Aubry den Puck ins leere Tor. Aus einem Meter Entfernung und stets von der selben Stelle. Dabei machte der Stürmer der Eisbären Berlin eine ernste Miene. Der Gesichtsausdruck aus dem Training am Donnerstag im Sportforum Hohenschönhausen passt bestens zur Lage beim Vizemeister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), der nach 37 Saisonspielen nur auf dem neunten Tabellenplatz rangiert und in den vergangenen zehn Partien nur zwei Siege nach regulärer Spielzeit verbuchen konnte. Zur Wahrheit gehört allerdings ebenso, dass Aubry immer ein wenig nachdenklich wirkt und zuletzt noch der beste Stürmer im kriselnden Eisbären-Team war.

„In der Reihe von Aubry klappt es seit einigen Spielen sehr gut“, hat auch Trainer Stéphane Richer erkannt. Aubry hat seit Ende Dezember in den besagten zehn Spielen fünf Tore erzielt und sechs weitere vorbereitet. Zuvor waren ihm in 27 Begegnungen nur vier Treffer und fünf Assists gelungen. Aubry galt als eines der Gesichter der Krise, was auch an einer vom Klub nicht näher bezeichneten „persönlichen Angelegenheit“ lag. „Ich denke nicht mehr an den Saisonanfang zurück, sondern schaue nach vorn. Jetzt möchte ich einfach hart arbeiten und mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt der 27-jährige Kanadier.

Im Februar 2017 wechselte Aubry nach Berlin und entwickelte sich zu einem der Leistungsträger der Mannschaft, der gerade in wichtigen Spielen zu überzeugen wusste. In den Play-offs der Vorsaison war er mit zehn Treffern gemeinsam mit dem im Sommer abgewanderten Teamkollegen Nick Petersen bester Torschütze der Liga. Anders als Petersen ragte Aubry auch defensiv aus dem Team heraus, er galt und gilt als einer der stärksten Unterzahlspieler der Mannschaft.

Aubry hat in den vergangenen zehn Spielen elf Scorerpunkte gesammelt

Auch in dieser Saison sind die Eisbären besser, wenn Aubry aktiv am Spielgeschehen teilnimmt. Seine Plus-Minus-Bilanz, die aussagt, wie oft ein Spieler bei Toren und Gegentoren auf dem Eis ist, steht aktuell bei +2. Nur drei andere Stürmer im Team weisen neben ihm noch einen positiven Wert in dieser Statistik auf. Aber Eishockey ist nun mal Mannschaftssport und als einer von zwölf eingesetzten Angreifern sind auch Aubrys Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt – zumal die Unterstützung gerade in der Offensive anders als 2017/18 eher bescheiden ausfällt. „Jede Saison ist anders. Es kann viel passieren, Verletzungen und all solche Dinge. Aber ich will keine Ausreden suchen, wir müssen einfach besser werden“, sagt Aubry.

Am Donnerstagabend tritt er mit seinen Kollegen beim Tabellenführer in Mannheim an (19.30 Uhr, live im Eisbären-Blog des Tagesspiegels). Die Adler haben schon 28 Punkte mehr gesammelt als die Eisbären, in den beiden bisherigen direkten Duellen siegten allerdings die Berliner. „Mannheim ist eine Topmannschaft, wir hatten das Glück, zweimal gegen sie gewinnen zu können. Aber wir müssen unser A-Spiel zeigen, mit viel Einsatz und Präsenz, um dort wieder punkten zu können“, sagt Richer.

Auch Aubry kennt die Statistik gegen den Spitzenreiter, aber die spielt für ihn im Moment keine besondere Rolle. „Für uns ist gerade jedes Spiel sehr wichtig – egal gegen wen“, sagt Aubry. Denn noch können die Eisbären die Hauptrunde halbwegs passabel beenden, nur müssen dafür langsam Siege her und davon möglichst viele. „Ich schaue jeden Tag auf die Tabelle. Es sind noch 15 Spiele und unser Ziel sind immer noch die Top Sechs“, gibt sich Aubry kämpferisch.

Besonders wichtig dafür sind die Kleinigkeiten, an denen es in dieser Saison bisher so oft haperte. Das kann auch schon mal bedeuten, eine Übung im Training dutzende Male zu wiederholen. So wie es Louis-Marc Aubry am Donnerstag minutenlang tat – freiwillig übrigens und nach dem Ende der eigentlichen Trainingseinheit.

Zur Startseite