Arbeiten für die großen Auftritte. Drei von sieben Titeln hat André Rankel mit den Eisbären noch im Wellblechpalast gewonnen, seit 2008 spielen die Berliner in der Arena am Ostbahnhof. Foto: Davids/Darmer
© Davids/Darmer

André Rankel verlässt die Eisbären Der Anführer einer Generation geht

Kapitän, Torjäger und Anführer war André Ramkel bei den Eisbären. Dabei wollte er als Junge Profi bei den Capitals werden. Eine Würdigung zum Abschied..

Es ist fast 18 Jahre her. Da polterte Lorenz Funk als Präsident der damals nur noch drittklassigen Capitals, ein Wechsel seines besten jungen Stürmers in den Berliner Osten zu den Eisbären sei Unsinn. Der André Rankel sei noch nicht so weit, behauptete Berlins Eishockeyidol und lag damit gründlich – falsch. Der Wechsel des 17 Jahre alten Angreifers nach Hohenschönhausen war das Beste, was Rankel passieren konnte, um zu einem großen Spieler zu werden.

Er kam zu den Eisbären inmitten der Umbruchphase unter Trainer Pierre Pagé. Der baute auf junge Spieler, Rankel wurde zum Anführer einer ganzen Generation. Er war robust, setzte sich durch und wurde gar zum erfolgreichsten Stürmer der Berliner und schließlich ihr Kapitän. Was Rankel ausmachte, war seine Geradlinigkeit, auf und abseits des Eises.

Rankel war vielleicht bei den Eisbären und in der Liga nicht der größte Techniker aller Zeiten, aber er konnte sich durchsetzen. Er schoss seit 2003 246 Treffer und ist mit Abstand der Rekordtorschütze der Eisbären, mit denen er alle sieben deutschen Meistertitel holte. Nun verlässt er den Klub.
Das Eishockey erfindet sich alle zehn Jahre neu, heißt es. Und das immer schneller werdende Spiel, die neuen Anforderungen an die Spieler wurden Rankel zuletzt ein wenig zur Bürde. Er kam nach Verletzungen und mit nunmehr 34 Jahren nicht mehr so zum Zuge wie früher. Dass der gebürtige Friedenauer den Klub nach fast zwei Jahrzehnten verlässt, ist daher logisch. Das Ende einer großen Karriere im Berliner Eishockey liegt für ihn nun nahe. Es war oder ist übrigens eine Karriere, von der er als Nachwuchsspieler nicht geträumt hat.

Fast zwei Jahrzehnte Eisbären. André Rankel gewann alle sieben Meistertitel mit den Berlinern. Foto: Andreas Geber/dpa Vergrößern
Fast zwei Jahrzehnte Eisbären. André Rankel gewann alle sieben Meistertitel mit den Berlinern. © Andreas Geber/dpa

Als Kind habe er natürlich bei den Capitals Profi werden wollen, hat er mal erzählt. Die Fans der Eisbären haben es ihm natürlich verziehen. Dass sie ihren Publikumsliebling – das war er als gefühlter Nachfolger von Idol Sven Felski – nun wegen der ausgefallenen Play-offs nicht gebührend feiern können, trübt den Abgang von André Rankel ein wenig. Aber vielleicht lässt sich das nachholen.

Zur Startseite