Am Ende konnten die Spieler der Füchse Berlin auch gegen den Bergischen HC einen Erfolg bejubeln. Foto: dpa
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27:24 gegen Bergischen HC Paul Drux führt die Füchse zu umkämpftem Heimsieg

Auf Nationalspieler Paul Drux konnten sich die Füchse Berlin am Sonntag gegen den Bergischen HC verlassen - trotz einiger Anlaufschwierigkeiten.

Gemessen an seinen 24 Jahren hat Paul Drux schon zahlreiche Verletzungen überstehen müssen, vom Knie über die Schulter bis hin zu diversen Kleinigkeiten, die im Handball womöglich gar nicht unter Verletzungen fallen. Der Nationalspieler in Diensten der Füchse kennt nur einen Modus, wenn er auf dem Feld steht: Vollgas bei mindestens 110 Prozent. Mitunter tun Drux’ Aktionen schon beim Zusehen weh, regelmäßig marschiert er mit dem Kopf durch die Wand – mit wechselndem Erfolg.

Am Sonntag, im Bundesliga-Heimspiel der Berliner gegen die Überraschungsmannschaft des Vorjahres, den Bergischen HC, durften sich die Füchse vor allem bei Paul Drux bedanken, dass es nach 60 umkämpften Minuten für den sechsten Saisonsieg reichte. Mit 27:24 (12:11) setzten sich die Berliner durch.

„Wir hatten große Probleme im Angriff, alles andere war okay: Einstellung, Abwehr und so weiter“, sagte Füchse-Trainer Velimir Petkovic. „So ein schweres Spiel muss man erst mal gewinnen. Wir haben die zwei Punkte, darum ging es.“ Sein Kollege Sebastian Hinze vom BHC betonte: „Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht, vielleicht das beste in dieser Saison. In der Crunchtime haben wir dann leider ein paar Fehler zu viel gemacht.“

Vor 7353 Zuschauern – darunter Herthas Cheftrainer Ante Covic, der am Länderspielwochenende in die Max-Schmeling-Halle gekommen war –, begannen sie zunächst aber einigermaßen fahrig. Christopher Rudeck im Tor der Gäste, einer der begabtesten jungen deutschen Torhüter, parierte direkt die ersten drei Würfe, bevor Paul Drux nach sieben Minuten den ersten Füchse-Treffer an diesem Nachmittag erzielte.

Auch in der Folge vertraute der BHC auf eine Taktik, die nominell unterlegene Teams im Handball oft zur Anwendung bringen: Sie spielen ihre Angriffe lange aus und verschleppen das Tempo, um einfache Gegenstoßtore zu verhindern. Kreisläufer Johan Koch traf nach einer Viertelstunde zwar zur ersten Führung für das Team von Trainer Velimir Petkovic, wirklich absetzen konnten sich die Füchse bis zur Pause jedoch nicht, weil es vor allem in der Offensive an Ideen, Durchschlagskraft und der Bereitschaft zu Kombinationen fehlte. Auch gegen Jeffrey Boomhouwer, den Linksaußen des BHC und mit zehn Toren besten Schützen des Spiels, fanden die Berliner lange Zeit kein adäquates Mittel.

Nach dem Seitenwechsel (12:11) nahm Drux das Geschehen schließlich in die Hand; er initiierte fast jede Angriffsaktion und traf zehn Minuten nach Wiederanpfiff zum zwischenzeitlichen 17:14. Doch der BHC gab sich nicht ohne Weiteres geschlagen: Beim 17:18 musste Petkovic intervenieren und zur Auszeit greifen – es war eine Unterbrechung zur richtigen Zeit. In der Schlussphase schafften die Berliner dann klare Verhältnisse. Spätestens nach Hans Lindbergs Treffer zum 25:22 vier Minuten vor der Schlusssirene war die Entscheidung gefallen.

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