Ratlos. Gerard Pique (rechts) und Luis Suarez erlebten in Liverpool einen der bittersten Abende ihrer Karrieren. Foto: Reuters/Carl Recine
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0:4 gegen den FC Liverpool Der FC Barcelona lernt nicht aus seinen Fehlern

Wie im Vorjahr scheitert Barca trotz eines klaren Hinspiel-Sieges. Das ist naiv und darf einer Weltklassemannschaft nicht passieren. Ein Kommentar.

Fußball kann grausam sein, verrückt und schwer zu verstehen. In knapp zwei Jahren unter Trainer Ernesto Valverde weist der FC Barcelona in der Champions League den höchsten Punkteschnitt aller Mannschaften auf. Von 22 Spielen hat Barca nur zwei verloren und doch ist die harte Kritik nach dem unerklärlichen 0:4 im Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Liverpool absolut gerechtfertigt. Gerade den Katalanen hätte solch ein kollektiver Aussetzer nicht passieren dürfen – nicht schon wieder.

Bereits vor einem Jahr verschenkte Barca den Einzug in die nächste Runde nach einem 4:1-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel. Gegen den AS Rom verloren die Spanier seinerzeit 0:3 und nicht zu unrecht war danach die Rede von einer der größten Sensationen der jüngeren Fußballgeschichte. Der vielleicht besten Mannschaft der Welt mit Lionel Messi, dem vielleicht besten Spieler der Welt, darf so etwas gegen einen deutlich schwächeren Gegner eigentlich nicht passieren – zumindest muss sie daraus aber lernen. Doch das hat sie offensichtlich nicht.

Gegen Liverpool war Barcelona mit dem Kopf wohl schon im Finale und leistete sich unerklärliche Fehler. Jordi Alba verlor den Ball so oft, wie man es sich gerade gegen das rasante Umschaltspiel der Mannschaft von Jürgen Klopp nicht erlauben darf, und begünstigte damit zwei Gegentore. Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit ergaben sich die Katalanen in ihr Schicksal und das letztlich entscheidende Tor zum 0:4 war ein Spiegelbild der Geistesabwesenheit Barcas. Bei einem Eckball schlief die gesamte Hintermannschaft, wie man es nicht mal in der Freizeitliga sieht. Da hilft auch der beste Punkteschnitt nicht mehr – so grausam es auch sein mag.

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