Flüchtlinge in einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer. Foto: Kay Nietfeld/dpa
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Zahl der illegalen Einreisen gestiegen 70.000 Flüchtlinge kamen 2019 aus der Türkei in die EU

Um 46 Prozent ist die Zahl der illegalen Einreisen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus einem Dokument der EU-Kommission hervor.

Die Zahl der illegalen Einreisen aus der Türkei in die Europäische Union ist zwischen Anfang Januar und Mitte Dezember 2019 offenbar deutlich angestiegen. Das geht aus einem Dokument der EU-Kommission hervor, aus dem die „Welt“ zitiert.

„Die Zahl der Ankünfte aus der Türkei in die EU im Jahr 2019 beträgt 70.002 - davon sind 67.741 Personen in Griechenland angekommen, 197 Personen in Bulgarien, 1.803 in Italien und 261 Personen in Zypern“, heißt es in dem als vertraulich eingestuften Bericht zur aktuellen Entwicklung der Migration in Europa. Der Anstieg der illegalen Einreisen aus der Türkei beträgt gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum den Angaben zufolge 46 Prozent.

In dem Papier heißt es weiter, dass sich die Situation auf den griechischen Inseln zuspitzt. Die Zahl der anwesenden Migranten steige weiterhin stark und habe im Dezember zum ersten Mal seit der Implementierung des EU-Türkei Abkommens im März 2016 eine Marke von 40.313 Personen erreicht. Demgegenüber stünden nur insgesamt 8.530 reguläre Aufnahmeplätze zur Verfügung.

Noch im April lebten auf diesen Inseln nur 14.000 Migranten. Die Zustände, unter denen die Menschen in den restlos überfüllten Migrantencamps leben, sind nach übereinstimmenden Berichten humanitärer Organisationen dramatisch.

136 Migranten binnen 24 Stunden aufgenommen

Erst am Dienstag meldete das griechische Staatsfernsehen ERT unter Berufung auf die Küstenwache, dass sie binnen 24 Stunden 136 Migranten in der Ägäis aufgegriffen habe. Weiteren 338 sei es gelungen, an Bord von Booten die Inseln Samos, Farmakonisi, Chios, Samothraki sowie die Hafenstadt Alexandroupolis auf dem griechischen Festland zu erreichen. Alle diese Menschen seien aus der Türkei gestartet.

Am Wochenende hatte Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis Deutschland aufgefordert, weitere Flüchtlinge von der Insel Lesbos aufzunehmen. Es sei mehr „Lastenteilung“ erforderlich.

Die Türkei hatte sich in einem Abkommen mit der EU vom 18. März 2016 verpflichtet, die Grenzen des Landes so zu sichern, dass möglichst keine Migranten mehr illegal in die EU kommen können. Unter Punkt drei der Vereinbarung heißt es dazu wörtlich: „Die Türkei wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um neue See -oder Landwege für die illegale Migration aus der Türkei in die EU zu verhindern.“

Im Gegenzug erhalten Hilfsorganisationen in der Türkei von den Europäern Zahlungen in Milliardenhöhe zur Versorgung der etwa 3,6 Millionen Flüchtlinge. (KNA/dpa)

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