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CDU-Chef Armin Laschet will mit einem „Brücken-Lockdown“ für zwei, drei Wochen alles herunterfahren. Foto: Michael Kappeler/dpa
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„Wir kommen mit dem Impfen schnell voran“ Laschet verwundert mit Begründung für „Brücken-Lockdown“

CDU-Chef Armin Laschet will lediglich einen Lockdown von zwei bis drei Wochen. Doch was soll sich danach geändert haben?

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet hat am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin seinen „Brücken-Lockdown“ erläutert – hat mit seinen Worten allerdings auch für Verwirrung gesorgt.

„Wir kommen mit dem Impfen schnell voran. Jetzt kommen die Hausärzte in diesen Tagen zum Einsatz, sodass wir wirklich Tempo haben“, sagte Laschet. Es sei zu erkennen, dass schon in ganz kurzer Zeit ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung geimpft sein werde. „Und jetzt sagen uns die Wissenschaftler: Für diese Brücke, da geht es um zwei, drei Wochen, sollten wir nochmal eine Anstrengung vornehmen, nochmal das öffentliche Leben reduzieren“, so Laschet.

Folgt man Laschets Aussagen, geht er davon aus, dass die Impfkampagne schon kurzfristig bis Ende April einen Einfluss auf die Corona-Lage in Deutschland haben wird. Mit Blick auf vergleichbare Zahlen im Ausland verwundert das.

In Deutschland haben bislang 13 Prozent der Menschen zumindest eine Erstimpfung erhalten, in Großbritannien sind es mittlerweile laut offiziellen Regierungsdaten rund 60 Prozent.

Dort lockert Premier Boris Johnson nun deshalb, weil die Zahl der Corona-Intensivpatienten abnimmt und, weil sich die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 37 Fällen pro 100.000 Einwohnern befindet. In Deutschland nimmt die Zahl der Intensivpatienten zu und die Inzidenz liegt bei 130.

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Auf Frage des ZDF-Moderators, wie er auf die zwei, drei Wochen komme, antwortete Laschet dann auch ausweichend. Nun ist nicht mehr die Rede von Impfen. „Wir haben ja viel gelernt in diesem Jahr der Pandemie und wir haben neue Mechanismen. Das eine ist das Testen“, so Laschet.

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Er geht davon aus, dass Modellprojekte wie im Saarland mittlerweile so ausgereift sind, dass sie auch bundesweit angewandt werden könnten. Bei diesen Modellprojekten sind Öffnungen mit negativen Tests verbunden. „Allerdings sagt uns jeder Wissenschaftler: Das mag funktionieren, aber wir müssen auf einem niedrigen Niveau der Inzidenz sein.“ Neben dem Testen nennt Laschet auch die Corona-Warn-Apps als Plus in der Pandemie.

So etwas Ähnliches wie mit dem sei ja auch mit „Brücken-Lockdown“ sei auch mit der Osterruhe erdacht gewesen, die dann aber nicht praktikabel gewesen sei. Öffnungen durch Tests und Tracking von möglichen Infektionsketten müssten nun in den drei Wochen vorbereitet werden, um behutsam öffnen zu können, so Laschet. „Es ist richtig, dass wir mit dem Testen neue Möglichkeiten verbinden. Aber derzeit sind die Zahlen zu hoch.“

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