Der demokratische Kandidat Danny O'Connor beim Wahlkampfabschluss in Ohio. Foto: Scott Olson/Getty Images/AFP
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Wahlen in den USA Trump auf den Fersen

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Ein 31-Jähriger aus Ohio nährt die Hoffnung der Demokraten auf einen Sieg gegen die Republikaner bei den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen im November nährt. Warum? Ein Porträt.

Manchmal fühlt sich ein Beinahe-Sieg wie ein ganz großer an. Oder sogar wie ein Vorbote noch größerer Erfolge. So muss es Danny O’Connor und seiner Demokratischen Partei gerade gehen. Dass der Politikneuling aus Ohio die Nachwahl für das US-Repräsentantenhaus zu einem Fotofinish gemacht hat, ist nicht nur ein Erfolg des 31-Jährigen.

Es ist ein Motivationsschub für die Demokraten drei Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen am 6. November, wo sie hoffen, den Republikanern die Mehrheit im Kongress abzujagen – und endlich den Handlungsspielraum von Präsident Donald Trump zu begrenzen.

Auch wenn O’Connor am Dienstagabend ganz knapp hinter seinem republikanischen Wettbewerber Troy Balderson lag (da der Abstand weniger als 2000 Stimmen betrug, wurden am Mittwoch noch die Briefwahlstimmen ausgezählt), sprachen die Demokraten sofort von „einem moralischen Sieg“.

Denn der 12. Kongressbezirk von Ohio gilt eigentlich als sichere Bank für die Republikaner. Trump gewann hier 2016 locker mit elf Prozentpunkten Vorsprung, der Bezirk selbst wird seit 25 Jahren von einem Republikaner vertreten. Dass eine Nachwahl jetzt nötig war, lag daran, dass der Amtsinhaber Pat Tiberi nach 17 Jahren in die Privatwirtschaft wechselte.

Er nennt sich pragmatisch - seine Verlobte ist Republikanerin

Diese Nachwahl durften die Republikaner nicht verlieren – deswegen ist Trump in letzter Sekunde an Baldersons Seite gesprungen und sprach am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio. Die Republikanische Partei und ihre Unterstützer investierten Millionen in den Wahlkampf. Viel Aufwand für 90 Tage: Im November treten O’Connor und Balderson wieder gegeneinander an, wenn alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses neu gewählt werden.

Auch für die Demokraten war Ohio wichtig, nicht zuletzt für die Frage, mit welcher Strategie sie erfolgreich sein können. O’Connors Abschneiden fügt sich ein in eine Reihe von Überraschungserfolgen und ein paar erstaunlich knappen Niederlagen der Demokraten.

Aber der 31-Jährige vertritt anders als der neue Linken-Star Alexandria Ocasio-Cortez aus New York moderate Positionen. Er bezeichnet sich als pragmatisch und sagt ausdrücklich, seine Partei müsse für den Kapitalismus kämpfen, nicht für den Sozialismus. Seine Verlobte Spenser Stafford ist ein Abbild jener Wähler, die die Demokraten erreichen müssen, um erfolgreich zu sein: Die 28-Jährige ist weiß, gut ausgebildet – und Republikanerin.

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