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Auf Booten flüchten Tausende Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya aus Myanmar. In Malaysia wurden nun Massengräber mit den Leichen von Flüchtlingen entdeckt. Foto: dpa
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Südostasien Mehrere Massengräber mit Flüchtlingen in Malaysia entdeckt

Grausiger Fund in Malaysia: In dem südostasiatischen Land wurden Massengräbern entdeckt, in denen offenbar die Leichen Hunderter Flüchtinge aus Myanmar und Bangladesh verscharrt wurden. Unter den Toten sind vermutlich auch Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya.

In Malaysia sind Medienberichten zufolge Massengräber mit den Leichen Hunderter mutmaßlicher Flüchtlinge aus Myanmar und Bangladesch entdeckt worden. Offenbar handelt es sich ben den Toten unter anderem um Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya. Die Zeitung “Utusan Malaysia“ berichtete am Sonntag, die Polizei habe im Norden des Landes in einer an Thailand angrenzenden Region 30 große Gräber gefunden. Die Behörden vermuteten eine Verbindung zu Massengräbern, die in diesem Monat auf der thailändischen Seite der Grenze ans Licht gebracht wurden. Dem Blatt “The Star“ zufolge wurden am Freitag in Malaysia allein in einem Grab fast 100 Leichen entdeckt.

Aus Polizeikreisen verlautete, Experten aus der Hauptstadt Kuala Lumpur seien vor Ort. Es sei aber nicht klar, wie hoch die Zahl der Gräber und die der Leichen sei. Nach Angaben einer Polizeisprecherin soll es am Montag eine Pressekonferenz dazu geben.

Die Flucht der Rohingya vor Verfolgung in ihrer Heimat hat das größte Flüchtlingsdrama in Südostasien seit Jahrzehnten ausgelöst. Sie leiden in dem überwiegend buddhistischen Land Myanmar seit langem unter Diskriminierung. Der Norden Malaysias liegt auf dem Weg, auf dem Schlepperbanden mit Booten die Rohingyas und Arbeitsuchende aus Bangladesch nach Südostasien bringen. Mehr als 3000 Flüchtlinge haben in diesem Monat in Schiffen Malaysia und Indonesien erreicht. Thailands Militärregierung erklärte sich dagegen nicht bereit, den Menschen Zuflucht zu gewähren. (reuters/dpa)

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