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Gottesdienste dürfen wieder abgehalten werden. Foto: Christoph Soeder/dpa
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Update „Sehr dynamisches Geschehen“ Mehr als 40 Menschen infizieren sich bei Gottesdienstbesuch in Frankfurt am Main

Von der Coronavirus-Infektion sind Gläubige aus Frankfurt und umliegenden Landkreisen betroffen. Die Gemeinde hat laut Gesundheitsamt nichts Illegales getan.

Bei einem Gottesdienst in einer Baptistengemeinde in Frankfurt am Main hat sich eine größere Zahl von Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Von dem Ausbruch seien Gläubige aus Frankfurt und umliegenden Landkreisen wie dem Wetterau-, dem Hochtaunus- und dem Main-Kinzig-Kreis betroffen, berichtete die „Frankfurter Rundschau“.

Insgesamt sind mehr als 40 Menschen infiziert. Das teilte der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, am Samstag mit. „Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus.“ Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, war davon ausgegangen, dass sechs Betroffene in Krankenhäusern sind.

Die Stadt Hanau teilte mit, dass nach Informationen des Main-Kinzig-Kreises sich im Zusammenhang mit dem Gottesdienst „mindestens 16 Personen aus Hanau mit dem Coronavirus infiziert haben“. Deshalb hätten der Landkreis und die Stadt ein für Sonntag geplantes Fastengebet von Muslimen im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion abgesagt. Die Veranstaltung wäre mit Blick auf die Geschehnisse in Frankfurt unverantwortlich.

Der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamts, Antoni Walczok, sagte der „Frankfurter Rundschau“, dass sich die Gläubigen bei einem Gottesdienst am 10. Mai angesteckt hätten. Es handele sich um ein „sehr dynamisches Geschehen“.

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Die Gemeinde habe nichts Illegales unternommen, sagte Walczok weiter. Am 10. Mai seien Gottesdienst-Zusammenkünfte in Hessen wieder erlaubt gewesen. Anders als etwa in der Gastronomie sei eine Registrierung der Besucher mit Namen und Adresse keine Pflicht. Nur das Abstandsgebot und die Hygieneregeln müssten eingehalten werden. Es gebe keine Richtlinien zur Teilnehmerzahl. „Es gab keine Verletzung einer Rechtsverordnung“, stellte der Vize-Amtsleiter klar.

„Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online“, sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau (64), am Samstag. „Bei uns ist es eine schwierige Lage.“ Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen.

Geschlossen ist Bethaus einer Baptisten-Gemeinde. Mehrere Mitglieder der Gemeinde haben sich nach einem Gottesdienst mit dem Coronavirus infiziert. Foto: Boris Roessler/dpa Vergrößern
Geschlossen ist Bethaus einer Baptisten-Gemeinde. Mehrere Mitglieder der Gemeinde haben sich nach einem Gottesdienst mit dem Coronavirus infiziert. © Boris Roessler/dpa

Die meisten Betroffenen seien Zuhause, sagte Pritzkau. Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst gekommen waren, könne er „nicht genau sagen“, sagte Pritzkau. „Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden.“ Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden.

Über die Zahl der Gemeindemitglieder wollte Pritzkau keine Angaben machen. Die meisten kämen aus dem Raum Frankfurt. In der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten finden die Gottesdienste laut Homepage in deutscher und russischer Sprache statt. Ihr Sitz ist im Stadtteil Rödelheim im Westen von Frankfurt. (dpa, epd)

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